Der Konjunkturbericht des Bankenverbandes für den Monat Juli zeigt, dass sich die gesamtwirtschaftliche Leistung zum Sommer hin erholt haben sollte. Dennoch ist das noch kein Grund, in Euphorie auszubrechen. Der geschäftsführende Vorstand des Bankenverbandes (
Homepage) Prof. Dr. Manfred Weber zeigt sich vorsichtig: "Eine Stabilisierung der deutschen Wirtschaft ist wahrscheinlicher geworden. Die positiven Konjunkturdaten signalisieren nur ein erstes 'Atemholen' der Wirtschaft nach einer rasanten Talfahrt. Über Geschwindigkeit, Stärke und Nachhaltigkeit eines möglichen Aufschwungs sagen sie noch nichts aus."
Selbst wenn die Konjunktur in den kommenden sechs Monaten deutlich ansteigen würde, müsse man beim Bruttoinlandsprodukt (
Lexikonerklärung) für 2009 mit einem durchschnittlichen Minus von 6 Prozent rechnen. Die aus der Wirtschaftskrise resultierenden Folgen sollten realistisch eingeschätzt werden. Es dürfe nicht damit gerechnet werden, dass der Produktionsrückgang nach einem Jahr wieder auf dem alten Stand sei, wie das bei vorhergehenden Rezessionen der Fall gewesen ist. Der Bankenverband geht davon aus, dass die Wirtschaft sich in diesem Jahr nur sehr langsam erholen wird. Auch für das nächste Jahr sind die Prognosen sehr vorsichtig. Mehr als ein halbes Prozent Wirtschaftswachstum seien wohl nicht drin.
Weber wies zudem die Kritik zurück, dass Deutschland zu exportorientiert sein. "Im Gegensatz zu Ländern wie China ist der Exportüberschuss in Deutschland nicht das Ergebnis staatlicher Interventionen. Vielmehr steht er für die internationale Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen." Weber sprach sich ebenfalls gegen die Anschuldigung aus, dass die Binnennachfrage in unserem Land durch Lohnzurückhaltung geschwächt wird. Vielmehr sollten Probleme in der Struktur des deutschen Arbeitsmarktes und hohe Lohnabschlüsse, aus denen sinkende Beschäftigungszahlen resultieren, nicht außer Acht gelassen werden. Weber weiter: "Man kann es daher drehen und wenden wie man will: Eine beschäftigungsorientierte Lohnpolitik ist das wirksamste Instrument, um die Binnennachfrage zu stärken."