Schon länger zeigt sich eine optimistischere Grundstimmung, dass hinsichtlich der Wirtschaftskrise die Talsohle erreicht ist und die Zeichen auf Aufschwung stehen. Bessere Auftragseingänge, größere Produktionen in der Industrie und der aktuelle Konjunkturbericht scheinen dies zu bestätigen.. Auch vom Außenhandel gibt es Positives zu berichten. Die wirtschaftliche Lage in vielen Schwellenländern scheint sich ebenfalls zu verbessern und lässt hoffen. Das deutsche Konjunkturpaket wird voraussichtlich erst im zweiten Halbjahr diesen Jahres greifen. Alles in allem ist damit wohl mit einem ganz leichten Wirtschaftsplus zu rechnen.
Jedoch sind Finanzexperten sich einig, dass dies noch kein Anlass ist, allzu optimistisch in die Zukunft zu blicken. Erst einmal müsse die Wirtschaft sich von der dramatischen Abwärtsspirale erholen. Ob und in welcher Geschwindigkeit nun ein erhoffter Aufschwung eintreten wird, ist völlig ungewiss. So schnell wird es wohl nicht gehen, denn selbst wenn sich die Lage im zweiten Halbjahr entspannen wird, muss doch mit einem Gesamt-Minus von sechs Prozent beim Bruttoinlandsprodukt gerechnet werden. Der große Einbruch bei der Produktion muss erst einmal wieder aufgeholt werden und das wird wohl nicht so schnell möglich sein wie bei früheren Rezessionen.
Die deutschen Preise für die Verbraucher siedeln sich im Monat Juli unter dem Niveau des Vorjahres an. Dieses niedrige Preisniveau wird aber wohl nur wenige Monate bestehen bleiben. Schuld daran ist der Wegfall des preisdämpfenden Basiseffekts aus dem vorangegangenen Jahr, der im August/September wegfallen wird. Dennoch ist nur mit einer geringen Teuerungsrate zu rechnen. Das liegt sicherlich an der wenig ausgelasteten Produktion und daraus resultierenden begrenzten Preisüberwälzungsspielräumen bei den Firmen. Finanzexperten gehen deshalb davon aus, dass die Inflationsrate im nächsten Jahr bei einem bis eineinhalb Prozent liegen wird.