Seit letztem Freitag ist es amtlich. Der Kraftwerkstausch ist von beiden Unternehmen besiegelt worden. Grundlage hierfür war das "Memorandum of Understanding", welches im Dezember 2008 abgehalten wurde. Die Umsetzung soll folgendermaßen verlaufen: Während E.ON in Belgien 1.700 Megawatt Kraftwerkskapazitäten übernimmt, erhält die belgische Tochter von GDF, Electrabel, Strombezugsrechte im gleichen Volumenumfang.
Die Unternehmen kommen damit den Auflagen der Europäischen Kommission für mehr Wettbewerb entgegen. Anderenfalls hätte E.ON eine Geldbuße von Seiten der Wettbewerbshüter in Milliardenhöhe gedroht. Deshalb hatte E.ON sich schon in 2008 dazu bereit erklärt, sein Hochspannungsnetz sowie 5.000 Megawatt deutsche Kraftwerkskapazitäten zu verkaufen. Dass E.ON Wort hält, ist schon daran zu erkennen, dass im Mai der deutsche Wettbewerber EnBW 525 Megawatt erhalten hat.
Durch die Kraftwerksübernahme rangiert E.ON (Stromversorger in Deutschland
E.ON Mitte und
E.ON Bayern) auf dem belgischen Markt auf dem dritten Platz der Energielieferanten. Immerhin darf E.ON durch die Übernahme neun Prozent Marktanteil für sich einstreichen. Dennoch ändert das nichts an der Vormachtsstellung von Electrabel. Electrabel verfügt auf dem belgischen Energiemarkt immerhin über fast 70 Prozent der Kapazitäten für Stromerzeugung. Die Erzeugungskapazitäten liegen für E.ON auf dem belgischen Markt bei 3.600 Megawatt, während es bei GDF Suez in Deutschland vorerst nur 2000 Megawatt sind. Jedoch soll GDF Suez (u.a. beteiligt an
Energie SaarLorLux AG weitere 800 Megawatt erhalten, sobald das Wilhelmshavener Kohlekraftwerk an das Stromnetz angeschlossen wird. Das soll voraussichtlich 2012 soweit sein.
E.ON bezieht den Strom in Belgien aus drei verschiedenen Atomkraftwerken sowie einem Gaskraftwerk und einem Steinkohlewerk. Im Gegenzug bekommt Electrabel 700 Megawatt Strom aus den Atomkraftwerken Grundremmingen, Unterweser und Krümmel. Außerdem werden die beiden Steinkohlekraftwerke Zolling in Bayern sowie Farge in Bremen von Electrabel übernommen.