Zinsentwicklung durch Inflation gefährdet

  1. 07.09.2009 09:23
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Die größte Rezession der deutschen Nachkriegsgeschichte neigt sich endlich dem Ende zu. Denn im zweiten Quartal betrug das reale BIP-Wachstum 0,3 Prozent. Die Prognosen für das dritte Quartal in diesem Jahr sind gut, denn die Aufträge bei der Industrie lassen hoffen. Nach der bisherigen Durstperiode konnte in den Monaten Mai und Juni eine Zunahme der Aufträge um 4 Prozent pro Monat beobachtet werden. Auch der Einkaufsmanagerindex sowie das Ifo-Geschäftsklima, die beide als Stimmungsbarometer der deutschen Wirtschaft gelten, zeigen eine stabile Gesamtwirtschaft in Deutschland an. Trotz der positiven Entwicklung in der Konjunktur kam es bisher nicht zu dem erwarteten und sonst üblichen Anstieg der Renditen. Das ist normalerweise der Fall, denn bei einer positiven Trendwende in der Konjunktur erhöht die Notenbank in der Regel auch die Leitzinsen.

Die Reaktion der Zinsen ist bisher aber dennoch verhalten. Das liegt wohl daran, dass trotz des ersten Aufatmens in der Konjunktur noch keine Verbesserung der Geldpolitik bevorsteht. Schließlich beginnt die Konjunktur gerade erst, sich langsam zu erholen. Verglichen mit den Werten in der Produktion, die vor der Finanzkrise die Norm waren, liegen die jetzigen Werte noch weit darunter. Bei den Insolvenzen sowie auf dem Arbeitsmarkt sind die aus konjunktureller Sicht zu erwartenden Höhe- bzw. Tiefpunkte noch längst nicht erreicht. Würden jetzt die Leitzinsen vorschnell angehoben, würde das für Probleme am Finanzmarkt sowie für eine Gefährdung des gerade erst begonnenen Aufschwungs sorgen. Eine Wende bei den Leitzinsen wird deshalb voraussichtlich durch die EZB erst im Jahr 2010 umgesetzt.

Lediglich Bauherren, die auf eine langfristige Zinsbindung setzen, könnten bald das Nachsehen haben. Der erste Preisschub ist bereits durch die höheren Energiekosten erfolgt. Da bei der Inflationsrate eine positive Entwicklung zu erwarten ist, wird sich das unweigerlich auf die langfristigen Zinsen auswirken, die demnach steigen werden. Die staatlichen Defizite sowie die Erholung der Konjunktur lassen bei langfristigen Zinsen eine steigende Geldentwertung befürchten. Nur bei kurzfristigen und variablen Krediten können Kreditnehmer vorerst noch mit einem niedrigen Zins für die Finanzierung rechnen, denn eine Erhöhung des Leitzinses wird erst in frühestens einem Jahr erwartet.




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