Dr. Franz Georg Rips, Präsident des Deutschen Mieterbundes (DMB) zeigte sich am Tag der Wohnungslosen in Berlin sehr besorgt: „Wenn die Politik jetzt nicht eingreift und gegensteuert, droht in Ballungszentren und Wachstumsregionen eine neue Wohnungsnot. Der Wohnungsneubau ist in Deutschland zu einer marginalen Größe verkommen und hat 2008 einen absoluten Rekordtiefstand erreicht.“
So wenig Wohnungen wie in 2008 wurden nur im Jahre 1950 gebaut. Von 2007 auf 2008 ging die Zahl der neu gebauten Wohnungen um 16,5 Prozent auf nur 175.927 Wohnungen zurück. Die Neubauten im Bereich Mehrfamilienhäuser betrugen in 2008 nur 54.615 Einheiten. Rips kritisierte: „Das ist viel zu wenig.“ Wissenschaftler rechneten hoch, dass normalerweise im Jahr zwischen 250.000 und 300.000 Wohnungen neu hinzu kommen müssten. Die Realität sieht aber anders aus. Auch in 2009 ist damit zu rechnen, dass die Zahl der gebauten Wohnungen weiter sinkt. Bereits in 2008 sind 4 Prozent der Wohnungsneubauten nicht genehmigt worden. Weitere 10 Prozent Einbruch konnten in den ersten 6 Monaten diesen Jahres verzeichnet werden.
Vom Deutschen Mieterbund wird deshalb jetzt gefordert, dass die Bundesregierung ihre Anstrengungen in Förderinstrumente steckt, die dem Wohnungsbau Auftrieb geben sollen. Dabei sollte die Hauptkonzentration auf Hauptballungszentren sowie Universitätsstädten liegen. Vor allem die Bedarfsgebiete sollen von den Förderinstrumenten profitieren. Zu den Förderinstrumenten könnten zum Beispiel Abschreibungsmöglichkeiten gehören, die regional differenziert werden sowie Zulagensysteme. "Ich schlage eine neue degressive Abschreibung vor: In den ersten 5 Jahren dürfen 8 Prozent der Investitionskosten abgeschrieben werden, danach reduziert sich der Abschreibungssatz auf 2 Prozent pro Jahr. In einer Probezeit von 3 Jahren kann geprüft werden, ob mit einem solchen Förderinstrument eine Treffgenauigkeit erzielt wird, ob also der Wohnungsbaubau vor allem da angekurbelt wird, wo tatsächlich Neubaubedarf besteht", so Rips.