Der Hightech-Verband BITKOM führte kürzlich eine Umfrage zur Maut-Pflicht durch. Dabei kam heraus, dass die Mehrzahl der Deutschen sich tatsächlich für eine Ausweitung erwärmen kann. Bisher gilt die Maut-Pflicht nur für LKW mit mehr als 12 Tonnen auf Autobahnen und einigen wenigen Bundesstraßen. 60 Prozent der Befragten sind dafür, die Maut auch auf Land- und Bundesstraßen sowie die Innenstädte auszuweiten. Hierzu BITKOM-Präsident Prof. Dr. August Wilhelm Scheer: "Deutschland verfügt über die weltweit modernste Verkehrstelematik. Es sollte ernsthaft geprüft werden, wie das Potenzial dieser Technik künftig besser genutzt werden kann."
Nachdem bereits zum jetzigen Zeitpunkt ein Zehntel des europäischen Straßennetzes überlastet ist, erscheint eine leistungsfähige Verkehrstelematik durchaus notwendig zu sein. Die EU-Kommission prognostiziert überdies eine weitere Zunahme des Verkehrs. Der Güterverkehr soll zwischen 2000 und 2020 voraussichtlich um 50 Prozent steigen, der Personenkraftverkehr ebenfalls um 35 Prozent. Der volkswirtschaftliche Schaden, der bedingt durch Staus und die Emissionen von Schadstoffen entsteht, wird von der EU-Kommission mit 1,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts der EU berechnet.
36 Prozent der befragten Bundesbürger könnten sich sogar mit einer PKW-Maut anfreunden. Dabei liegt der Anteil der aktiven Autofahrer mit 38 Prozent sogar höher als der Anteil derjenigen, die nicht Auto fahren (32 Prozent). Hierzu Scheer: „Die höhere Zustimmung zur Pkw-Maut bei Autofahrern ist nur auf den ersten Blick paradox. Wer häufig im Stau steht, sieht offensichtlich eher die Vorteile einer intelligenten Verkehrssteuerung.“