Hierzu verpflichteten sich Energie- und Autokonzerne und unterzeichneten eine diesbezügliche Erklärung. Dabei sind neben den Mineralölkonzernen Total, Shell und OMV der Automobilkonzern Daimler, der Hersteller von Industriegasen Linde sowie die Energieversorgungsunternehmen EnBW und Vattenfall.
Laut Daimler-Chef Dieter Zetsche stellt das Fahren mit einem Wasserstoffauto einen positiven Umweltfaktor dar, denn die Fahrzeuge führen ohne den Ausstoß von Schadstoffen und Co2. Was hinten aus dem Auspuff kommt, sei reiner Wasserdampf. Es mache jedoch keinen Sinn, solche Fahrzeuge in Serie herzustellen, wenn Autofahrern keine Möglichkeiten zum Tanken geboten werden. Hans-Peter Villis, EnBW Vorstandvorsitzender ist der gleichen Meinung. Eine innovative Antriebstechnologie wie die Wasserstoffautos werden nur eine Zukunft haben, wenn eine flächendeckende Infrastruktur besteht.
Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) freute sich über das neue Zeitalter, das mit der Unterzeichung der Erklärung eintritt. Nachdem Verbrennungsmotoren über 100 Jahre lang dominant auf dem Automobilsektor waren, stelle die Unterzeichnung einen historischen Tag dar. "Es ist nur ein kleines Papier, aber es ist ein großer Schritt, den wir mit der Unterzeichnung dieses Papiers gehen", so Tiefensee.
Das Projekt soll in zwei Stufen eingeteilt werden. Die erste Stufe besteht darin, die Anzahl der Wasserstofftankstellen, die derzeit bei insgesamt 30 liegt, bis 2011 auf das Doppelte auszuweiten. Bei positiver Resonanz werden in der zweiten Stufe nach und nach weitere Tankstellen folgen. Eine Großstadt benötigt nach derzeitigen Berechnungen zwischen 5 und 10 Tankstellen. Laut Zetsche können die momentan auf dem Markt befindlichen Automodelle mit einem vollen Tank rund 400 Kilometer zurücklegen.
Bei den wasserstoffbetriebenen Fahrzeugen wird durch Brennstoffzellen der Wasserstoff in Elektrizität umgewandelt, wodurch der Motor angetrieben wird. Daimler einigte sich mit Toyota, Renault, Ford und Honda dahingehend, dass bis 2015 Hunderttausende solcher Wasserstoffautos auf deutschen Straßen fahren sollten. Die Preise für eine Tankfüllung mit Wasserstoff sind noch nicht ganz klar. Allerdings gab Zetsche an, der Bundesverkehrsminister Tiefensee mit einem Brennstoffzellen-Fahrzeug zur Pressekonferenz abgeholt hatte, er habe vorher seinen Tank für 32,50 Euro befüllt.