Das Konzept, sich als Privatperson über Online-Plattformen gegenseitig durch
Kredite von privat Geld zu leihen, wird in Deutschland immer beliebter. Laut der November-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest von der Stiftung Warentest funktioniert dieses Geschäftsmodell beim Anbieter smaya, im Gegensatz zum Anbieter Auxmoney, bei dem falsche Versprechen gemacht werden und hohe Gebühren anfallen.
Bei einem Kreditgesuch über Auxmoney fallen zum Beispiel in jedem Fall Kosten an – egal ob ein Abschluss zustande kommt oder nicht. Durch die Gebühren, die für die Anmeldung, die Prüfung der Identität und Bonität der Interessenten und die Vermittlung des Kredites in Rechnung gestellt werden, summieren sich die Kosten schnell auf hohe Beträge. Bei einer Kreditsumme von 5000 Euro über Auxmoney müssen in 36 Monaten schon fast 190 Euro nur für Gebühren bezahlt werden. Dies ist mehr als das Doppelte wie beim Konkurrenzunternehmen smaya.
Im Rahmen der Sicherheit bestehen ebenfalls Mängel. Wenn ein Anleger über smaya Geld verleiht, erfolgt eine Zusammenfassung der Summe in einem Pool. Falls ein Kreditnehmer nicht bezahlen kann, wird der individuelle Verlust durch die anderen im Pool ausgeglichen. Dieses Sicherheitsnetz existiert bei Auxmoney nicht. Hier liegt das Risiko für die Geldverleiher deutlich höher. Sobald ein Schuldner ausfällt, müssen die Anleger hoffen, dass das Geld vom Anbieter für sie eingetrieben wird. Ein vertraglicher Anspruch darauf besteht bei Auxmoney nicht.
Die Werbung, die Auxmoney betreibt ist, ebenfalls fragwürdig. Dabei wird ein Kredit ohne Schufa versprochen. Doch wer aufgrund schlechter Bonität keine Möglichkeit hat, sich Geld zu leihen, dem kann meist ein weiterer Kredit auch nicht weiterhelfen. Der Slogan täuscht zudem, da auch beim Anbieter Auxmoney letztendlich die Bank über eine mögliche Kreditvergabe entscheidet.