Überteuerte Kunden-Hotlines an der Tagesordnung

  1. 26.10.2009 14:01
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Vor allem die Billiganbieter versuchen, durch die Servicehotline ihre Kosten wieder reinzuholen. Nur sehr wenige Anbieter stellen ihren Kunden kostenlose Hotlines zur Verfügung. Oft müssen Kunden sogar die Zeit in der Warteschleife mitbezahlen. Das kann schnell richtig teuer werden.

Josefine Milosevic von der Zeitschrift "connect" warnt Verbraucher vor sogenannten Billiganbietern in der Telekommunikationsbranche. Je billiger der Tarif des Anbieters sei, umso teurer sei dessen Servicehotline. Der Mobilfunkanbieter Simply zum Beispiel rechnet die Minute mit satten 1,24 Euro ab. Lediglich Vodafone bietet seinen Kunden eine kostenlose Service-Hotline. Bei den Festnetzanbietern sieht es nicht besser aus. Außer der Telekom, die ebenfalls eine kostenlose Hotline zur Verfügung stellt, langen alle anderen kräftig hin. Hier liegt der Minutenpreis meist bei 14 Cent. Eine Beratung ist jedoch nicht in zwei Minuten erledigt, sodass die Kosten für ein solches Gespräch mächtig teuer werden können. Vor allem wissen die wenigsten Kunden im Vorfeld, ob auch die Warteschleife oder nervige Bandansagen mitbezahlt werden müssen, bevor man überhaupt einen Berater in der Leitung hat. Deshalb sollte bei der Auswahl eines Anbieters nicht nur der Tarif ausschlaggebend sein, sondern auch die Kosten für die Service-Hotline sollten geprüft werden. Kunden sollten dabei auch darauf achten, ab welchem Zeitpunkt die Gebühren berechnet werden und ob eine Störungsmeldung ebenfalls in Rechnung gestellt wird oder nicht. Oft finden die Kunden solche Angaben gut versteckt im Kleingedruckten, zum Beispiel in der Preisliste oder in den Fußnoten der Anbieter. Das Lesen des Kleingedruckten kostet zwar viel Zeit, kann sich am Ende aber als nützlich erweisen.

Besonders teuer wird der Anruf bei 0180-Nummern vom Handy aus. Kunden von E-Plus müssen hier für die Minute 1 Euro berappen. Bei Vodafone werden für die Minute 71 Cent fällig, o2 berechnet 69 Cent in der Minute und T-Mobile-Kunden zahlen immerhin noch 49 Cent in der Minute. 0180-Nummern sind zwar auch vom Festnetz aus nicht billig, aber dennoch wesentlich günstiger als vom Handy. Die Verbraucherzentrale Sachsen stellt auf ihrer Seite verbraucherzentrale-sachsen.de/mediabig/85921A.pdf eine Gebührenübersicht zum Download zur Verfügung.

Bei Handybesitzern, die einen Anruf mit einer 0137-Nummer erhalten, sollten alle Alarmglocken schrillen. Eine solche Nummer sollte nie zurückgerufen werden, denn Kunden werden in eine kostspielige Warteschleife weitergeleitet. Nicht getätigte Service-Anrufe, die auf der Telefonrechnung aufgeführt sind und kurz danach angemahnt werden, sollten nicht bezahlt werden. Stattdessen sollte der Provider kontaktiert werden. Möglich ist auch eine Meldung bei der Bundesnetzagentur, die derartige Nummern auflistet und sperrt, was den Betrügern das Handwerk legt.




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