Dass die Deutschen in der Krise zunehmend sparen, zeigt sich im Rahmen der Sparquote – dem Anteil der Ersparnisse am Einkommen. Dieser ist im Jahr 2008 auf 11,2 Prozent angestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr stellt dies ein Plus von 0,4 Prozentpunkten dar und ist der höchste Stand seit dem Jahr 1993. Dies berichtete Heinrich Haasis, der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV).
Laut dessen Prognose soll die Sparquote auch in diesem Jahr ähnlich hoch bleiben. Europaweit wird nur in der Schweiz, in Frankreich und Österreich mehr gespart. Im EU-Durchschnitt liegt die Sparquote bei 6.5 Prozent vom Einkommen. Rund 178,5 Milliarden Euro legten die Bundesbürger im Jahr 2008 zur Seite. Hierbei handelt es sich um einen neuen Rekordwert – die Summe beläuft sich auf 13 Milliarden Euro über dem Wert im Vergleich zum Jahr 2007.
Das Sparbuch war nach den Angaben des DSGV dabei der große Gewinner. 62 Prozent der Deutschen legten dort zusammen mit Sparformen, die höhere Verzinsungen bringen, wie dem Zuwachssparen ihr Geld an. Erstmals seit Jahren lag das Sparbuch somit vor den Lebens- und Rentenversicherungen, in denen 60 Prozent ihr Geld anlegten. In selbst genutzten Immobilien legten 50 Prozent der deutschen Bürger ihr Kapital an. Nur noch 22 Prozent der Bürger verfügen über Anlagen in Aktien.
Haasis zitierte aus dem Sparkassen-Vermögensbarometer, für das 2000 Deutsche entsprechend befragt wurden, dass die Sicherheit mit großem Abstand das wichtigste Ziel bei den Anlagen überhaupt darstelle. Diese Angabe machten 75 Prozent der Befragten. Die Sicherheit rangiert mit einem enormen Abstand vor den weiteren Kriterien, wie die Familien- und Lebensplanung, die Verfügbarkeit und der Schutz der Hinterbliebenen. Abgeschlagen auf Rang elf liegt das Ziel, eine hohe Rendite zu erwirtschaften.