Fünfprozentige Steigerung bei Strompreisen ab 2010

  1. 23.11.2009 07:10
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Das Verbraucherportal verivox.de gab in einer neuen Erhebung an, dass die Strompreise ab dem kommenden Jahr von mehr als 40 Stromversorgern um rund 5 Prozent erhöht werden. Ein Haushalt, der 4.000 Kilowattstunden im Jahr verbraucht, muss 46 Euro mehr als bisher für den Strom bezahlen. Die Angaben von verivox decken sich mit den Meldungen des Portals toptarif.de, nach denen insgesamt 46 Stromanbieter ihre Preise um durchschnittlich 4,7 Prozent anheben.

Ab dem 1. Januar 2010 zahlen Vattenfall-Kunden in Hamburg 4,4 Prozent mehr für ihren Strom, in Berlin machen die Mehrausgaben sogar 5,9 Prozent aus. Laut einer Mitteilung von Vattenfall sollen die monatlichen Grundgebühren beibehalten werden. Vor allem die günstigeren Vattenfall-Tarife sollen eine deutliche Preiserhöhung erfahren. Gewerbekunden zahlen sowohl in Berlin als auch in Hamburg künftig 8,9 Prozent mehr für ihren Strom.

Der fünft-größte Stromversorger Deutschlands EWE kündigte sogar eine Preiserhöhung um durchschnittlich 14 Prozent an. Eine derartige Erhöhung sei mit den gestiegenen Einkaufspreisen und Netzentgelten sowie mit Investitionen in erneuerbare Energie zu rechtfertigen. EWE erklärte: "Der Ausbau der erneuerbaren Energien ist notwendig, um die Klimaziele zu erreichen. Aber er hat auch seinen Preis." Das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) sieht vor, dass Stromerzeuger für Strom aus Wind- und Sonnenenergie, der ins Netz eingespeist wird, feste Preise bekommen. Diese Preise sind in der Regel höher als die für Atomstrom oder Strom aus Kohlekraftwerken.

Die Begründungen können Umweltschützer jedoch nicht nachvollziehen, denn Angaben der Agentur für Erneuerbare Energien zufolge betrage die Förderung von Windkraft- oder Solaranlagen nur insgesamt 5 Prozent des gesamten Preises für Strom. Die Umweltschützer wiesen weiterhin darauf hin, dass an der Leipziger Strombörse die Preise gefallen seien, von gestiegenen Einkaufspreisen könne daher keine Rede sein. Daraufhin teilte EWE mit, dass in die Stromlieferung ab 2010 auch Teilmengen einfließen würden, "die EWE zu hohen Handelspreisen im Jahr 2008 eingekauft hat."

Nur die beiden größten Stromversorger RWE und E.ON wollen ihre Preise vorerst nicht anheben. Eine Sprecherin von RWE teilte mit, dass im Stammgebiet Nordwestdeutschland die Preise zunächst stabil bleiben sollen. Auch E.ON teilte mit: "Wir halten unseren Strom- und Gaspreis über den Jahreswechsel hinaus stabil." Grund dafür ist wohl hauptsächlich die gestiegene Wechselbereitschaft von Stromkunden, denn auch an den Energieriesen ist der Wettbewerb nicht spurlos vorüber gegangen. Die Bundesnetzagentur teilte mit, dass im letzten Jahr 2,1 Millionen Verbraucher ihren Stromanbieter gewechselt haben, im Vorjahr betrug die Anzahl der Wechselwilligen nur 1,3 Millionen. Verivox geht davon aus, dass auch noch kleinere Stromversorger ihre Preise zum Jahreswechsel anheben werden.





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