Der Geschäftsführer des Deutschen Bankenverbandes Prof. Dr. Manfred Weber wies anlässlich des neuen Rentenversicherungsberichts der Bundesregierung darauf hin, dass die Deutschen nach wie vor bei der privaten Altersvorsorge einen großen Nachholbedarf haben. Weber zitierte aus dem Bericht: "Die gesetzliche Rente wird in Zukunft alleine nicht ausreichen, um den Lebensstandard im Alter zu sichern!"
Der Deutsche Bankenverband vertritt schon lange diese Ansicht und weist darauf hin, dass auch die kürzlich veröffentlichten Daten zur Entwicklung der Riester-Rente bedenklich stimmen. Zwar seien die Riester-Verträge in ihrer Anzahl auf 13 Millionen angestiegen, jedoch wies diese Sparte im 3. Quartal den geringsten Zuwachs seit 5 Jahren auf. Weber weiter: "Gelingt es nicht, die Anreize für die kapitalgedeckte Altersvorsorge zu erhöhen, gehen wir großen Problemen entgegen."
Um die Attraktivität der Riester-Rente und betrieblicher Altersvorsorge zu erhöhen schlägt der Bankenverband diverse Maßnahmen vor. Weber: "Vordringlich sind Maßnahmen, die den Bürgern die Entscheidung für eine betriebliche Altersvorsorge oder eine Riester-Rente erleichtern."Man müsse genau an dieser Stelle ansetzen, denn Menschen tendieren im Allgemeinen dazu Entscheidungen zu vertragen, deren eventueller Nutzen erst in weiter Ferne liegt.
Der Bankenverband schlägt für die Riester-Rente Stufenverträge vor, mit denen der maximale Förderbetrag von 2.100 Euro automatisch in einem vorher festgelegten Zeitraum erreicht wird. Weber: "Um der Gefahr einer wachsenden Altersarmut entgegenzuwirken, sollte jeder Bundesbürger außerdem mit dem Eintritt ins Berufsleben eine geförderte Altersvorsorge abschließen können."
"Auch in Deutschland sollten wir die Verfahren eines Opting-out und einer intelligenten Dynamik einführen“, so Weber. Beim Opting-out wird bei Abschluss eines Arbeitsvertrages automatisch der Beitritt zur betrieblichen Altersvorsorge vorgenommen. Bei diesem System hat der Arbeitnehmer das Recht, innerhalb einer bestimmten, im Vertrag festgelegten Frist, sich aus der Vereinbarung zu lösen und die betriebliche Altersvorsorge zu verlassen. Ein weiteres Verfahren ist die intelligente Dynamik, bei der die Beiträge zur Altersvorsorge aus zukünftigen Lohn- und Gehaltserhöhungen finanziert werden. Nach Ansicht des Bankenverbandes versprechen beide Verfahren – das Opting-Out und die intelligente Dynamik - eine höhere Inanspruchnahme der kapitalgedeckten Altersvorsorge.