DIW-Studie: Finanzprodukte für Frauen sinnlos

  1. 26.11.2009 14:34
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Ein gängiges Vorurteil besagt, dass Frauen in Sachen Geldanlage weniger risikofreudig sind als Männer. Eine Studie des DIW Berlin hat dies nun widerlegt: Die mangelnde Anlage in riskante Sparformen ist nicht der Tatsache zu schulden, dass Frauen nicht gewillt sind, ein Risiko einzugehen sondern vielmehr ist es so, dass Frauen oft weniger Einkommen und Vermögen zur Verfügung haben als Männer. Nataliya Barasinska, Mit-Autorin der Studie: "Bei gleichen finanziellen Grundvoraussetzungen zeigen Männer und Frauen die gleiche Neigung zu riskanten Anlageprodukten."

Das am DIW Berlin angesiedelte Sozio-ökonomische Panel (SOEP) ist die umfassendste sozialwissenschaftliche Befragung in Deutschland. Seit 25 Jahren werden Langzeitbefragungen von mehr als 10.000 deutschen Haushalten durchgeführt. Die Studien erzielen repräsentative Ergebnisse zu den Bereichen Gesundheit, Bildung, Einkommen und Erwerbstätigkeit. Im Rahmen dieser Studie wurde das Anlageverhalten von 8.000 deutschen Privathaushalten untersucht, wobei bei der Hälfte der Befragten Haushalte eine Frau in finanziellen Belangen das Sagen hatte.

Auf den ersten Blick bestätigten die Umfrageergebnisse das Klischee risikoscheuer Frauen, denn nur 38% der Frauen hatten riskante Anlagen in Unternehmensanleihen oder Aktien, während es bei den Männern 45% waren. Die befragten Frauen schätzen sich selbst als eher wenig risikofreudig ein. Nataliya Barasinska betonte, dass diese Daten nur dann wirklich aussagekräftig seien, wenn andere Faktoren wie das Geldvermögen und das Einkommen mit einbezogen würden.

Im Bereich Nettoeinkommen und Geldvermögen gab es zwischen den Geschlechtern deutliche Unterschiede. Frauen verdienen im Durchschnitt 10.000 Euro weniger und haben durchschnittlich 20.000 Euro weniger Geldvermögen als Männer. Diese Unterschiede haben natürlich große Auswirkungen auf die Art, wie und ob das Geld angelegt wird. Gerade bei riskanten Anlagearten macht eine Investition erst ab einer bestimmten Summe Sinn, da oft hohe Gebühren oder hohe Nominalwerte zu Grunde liegen.

Das Geschlecht spielt also laut dieser Umfrage keine Rolle, wenn es um die Art der Anlage geht sondern vordergründig die Einkommens- und Vermögenssituation. Es war klar zu erkennen, dass der Hang zum Risiko mit dem Vermögen steigt – ohne Unterschied ob der Anleger ein Mann oder eine Frau ist.

Nataliya Barasinska gibt an, dass trotzdem viele Banken spezielle Anlageprodukte für Frauen anbieten. "Natürlich wollen Finanzinstitute ihre Kunden auf originelle und individuelle Weise ansprechen", sagt sie. "Angesichts unserer Untersuchungsergebnisse wäre es aber viel besser, unterschiedliche Produkte für unterschiedliche Vermögenslagen anzubieten."





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