Globale Finanzmärkte – Kurs auf die nächste Krise

  1. 01.12.2009 11:49
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Bisher sei die Finanzmarktregulierung nur ein Lippenbekenntnis, kritisiert das Bundesvorstandsmitglied der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, Uwe Foullong. Sollte die Regulierung der Finanzmärkte nicht gelingen, steuern wir nach Ansicht von ver.di auf die nächste Krise zu. Eine Umkehr in der aktuellen Finanz- und Wirtschaftspolitik sei dringend notwendig, um dies zu verhindern.

Die Entwicklung sei weltweit durch Konjunkturprogramme zum einen von leichtem Wachstum in der Realwirtschaft geprägt und zum anderen stehe dem aufgrund der Zufuhr günstigen Geldes seitens der Zentralbanken ein starkes Wachstum in der Finanzwirtschaft gegenüber. Aufgrund dieses weltweiten Wachstums im Rahmen der spekulativen Finanzgeschäfte erfolge eine erneute Abkopplung der Finanz- von der Realwirtschaft. Dies sei mit großen Gefahren verbunden.

Foullong warnte, dass es, falls diese neue Spekulationsblase platzen sollte, zu einer Verschärfung der Krise kommt. Die Politik habe zwar versprochen, dass die Finanzmärkte reguliert werden sollen, damit eine künftige Krise verhindert werden kann – den Versprechen seien aber keine Taten gefolgt. Dies gelte sowohl für internationale Verabredungen, dass Eigenkapitalvorschriften verschärft werden sollen, als auch für die drastische Begrenzung von Bonuszahlungen als Fehlanreize.

Foullong fordert, dass dringend ein Bündel mit Sofortmaßnahmen benötigt wird, damit die Wirtschaft nicht erneut von den Finanzmärkten in den Abgrund gezogen werden. Eine Intensivierung von Konjunkturprogrammen sei notwendig, um die Investitionen und dadurch das Wachstum und die Beschäftigung zu beleben. Des Weiteren müssten Spekulationsgeschäfte vor allem drastisch beschränkt werden, was durch die Einführung einer Finanztransaktionssteuer geschehen könne. Ein weiterer, wichtiger Aspekt wäre eine öffentliche Kontrolle sämtlicher Produkte auf den Finanzmärkten, der Akteure an den Finanzmärkten und der Finanzmarkttransaktionen. Längst überfällig sei eine Einrichtung eines Finanz-TÜVs im Hinblick auf die Prüfung und Genehmigung von Finanzprodukten.

Foullong richtet seine Forderung an die Bankvorstände, dass unrealistisch hohe Zielvorgaben für gewisse Finanzprodukte eingestellt werden sollen. Für Kundenberater sollte wieder ein Freiraum bestehen, damit das Kundeninteresse wieder in den Mittelpunkt gerückt wird. Der Druck auf die Berater, bestimmte Verkaufsziele zu erreichen, müsse endgültig abgeschafft werden. Diese Anspielung zielt auf die Androhung von negativen Konsequenzen für die Beschäftigten, falls diese die gesetzten Verkaufsziele nicht erreichen sollten. Von den Genossenschaftsbanken sei angekündigt worden, dass in Zukunft sogar bis zu 2 Monatsgehälter abgezogen werden, falls die Vorgaben der Verkaufsziele nicht eingehalten werden sollten.





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