Laut Ansicht der Verbraucherzentrale erhalten die Anbieter von Riester-Produkten ein schlechtes Zeugnis. Vielfach landen die staatlichen Fördergelder überhaupt nicht bei den Förderberechtigten, sondern landen in Form von hohen Provisionen bei den jeweiligen Anbietern. Dies wird von Gerd Billen, dem Vorstand des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen in Berlin, kritisiert. Die Zulagen werden zumindest teilweise von den Kosten für die Riesterverträge aufgezehrt. Der nahezu vollständige Verlust des eingezahlten Kapitals droht bei der Inanspruchnahme des Rechts auf einen Anbieterwechsel.
Unter Berufung auf ein neu erstelltes Gutachten - "Alles Riester Die Umsetzung der Förderidee in der Praxis." - bezeichnet Gerd Billen viele Riester-Produkte als intransparent. Nur knapp die Hälfte aller Anbieter halten demnach nutzbare Informationen zu den Kosten bereit. Bei nahezu 40 Prozent der Riester-Angebote werden die Kosten nicht wie vorgeschrieben in Euro ausgewiesen oder die Angaben zu den Kosten wurden nur teilweise gemacht. Ein Drittel aller Angebote beinhalte keinerlei Angaben über die Kosten bei einem eventuellen Vertragswechsel. Bei fast einem Viertel fehlten hinreichende Angaben zu den Verwaltungs- und Abschlusskosten, wird von Gerd Billen moniert.
Effizienz und Effektivität sollten genau geprüft werden
Mehr Beratung, damit die Verbraucher vor Fehlentscheidungen bewahrt werden, lautet die Forderung von Gerd Billen. Es sei höchste Zeit, dass die Effizienz und Effektivität der Altersvorsorge auf den Prüfstand gestellt werde, sagte Billen. Ursula von der Leyen (CDU), die Bundesarbeitsministerin, solle sich als Generalinspekteurin für Altersvorsorge ein umfassendes Gesamtbild der Riester-Angebote machen, damit eine nachhaltige Gestaltung der Alterssicherung ermöglicht wird.
Laut der Verbraucherzentrale haben in den rund 8 Jahren nach der Einführung der Riester-Rente maximal die Hälfte der Förderberechtigten sich zu einem Riester-Vertrag entschlossen. Der Stand im September 2009 lag bei knapp 12,9 Millionen. Den Angaben zufolge erhalten lediglich etwa 60 Prozent davon die maximale Zulage.