Anstieg Kriminalität an Geldautomaten um 150 Prozent

  1. 14.12.2009 12:50
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Unter Umständen ist der schnelle Besuch am Geldautomaten auf dem Weg zum Weihnachtsmarkt oder bei Shopping-Touren, um noch schnell Bares zu holen, keine so gute Idee. Auf jeden Fall ist bei jedem Besuch am Geldautomaten Vorsicht geboten. Die Kriminalität an Geldautomaten stieg im Vergleich zum Vorjahr rapide an. Doch nicht nur die Benutzer der Geldautomaten kommen dabei in Gefahr – immer öfter werden auch komplette Automaten geklaut. Wände wurden dafür mit Fahrzeugen gerammt, Kreissägen und Bohrer kamen zum Einsatz und sogar Sprengsätze wurden gezündet, um die Geldautomaten als Ganzes abtransportieren zu können. Immer häufiger greifen die Täter jedoch zu einfacher und weniger komplizierten Varianten, um das Geld zu erbeuten.

Erneut warnen die Experten der ARAG vor "Skimming". In der Übersetzung bedeutet das englische Wort "abgreifen" oder „abschöpfen“ und bezeichnet die mittlerweile gängige Methode des Diebstahls von Karten- und Geheimcodes. Dabei verstecken die Täter eine winzige Überwachungskamera in einer gefälschten Tastatur, die über dem regulären Eingabefeld montiert wird. Geldautomaten, die frei stehen oder sich an Bahnhöfen und Flughäfen befinden, können davon besonders betroffen sein. Oft handelt es sich bei den Kriminellen um organisierte, reisende Tätergruppen, die gerade an diesen Geldautomaten dann leichtes Spiel haben.

10.300 Skimming-Fälle wurden im Jahr 2008 nachgewiesen. In diesem Jahr entstand durch diese Methode ein Schaden, der knapp eine halbe Million Euro erreichte, was einen Anstieg um 150 Prozent in der Kriminalität im Zusammenhang mit Geldautomaten bedeutet. Die wachsende Zahl an Geldautomaten in Europa ist sicher ein Grund für diesen Anstieg. Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der Geldautomaten um 6 % auf 400.000 Stück. Die Experten der ARAG raten daher dringend, die Geldautomaten in den Bankfilialen zu nutzen. Selbst diese werden von vielen Senioren gemieden. Ein Drittel der Befragten im Alter zwischen 60 und 69 Jahren und knapp jeder Zweite ab 70 Jahren gab in einer Umfrage der GfK (Gesellschaft für Konsumforschung) an, das Geld lieber direkt am Schalter von den Bankangestellten auszahlen zu lassen.

Für den Fall, dass Bankkunden den Dieben in die Falle geraten sind, folgt die entsprechende Haftungsfrage. Es besteht hier keine allgemeine rechtliche Regelung. Urteile gab es bereits zugunsten beider Seiten. Sollten sich jedoch mehrere Kunden beschweren, die innerhalb eines kurzen Zeitraums an demselben Automaten Geld abgehoben haben, dürfen die Geprellten auf Kulanz hoffen.




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