Deutschland: Armutsgefährdung im Osten besonders hoch

  1. 24.12.2009 09:07
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Im Jahr 2008 war nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) fast jeder vierte Mitbürger (24,0%) in Mecklenburg-Vorpommern armutsgefährdet, in Bremen sind es sogar mehr als jeder fünfte (22,2%). In den Bundesländern im Süden hatte nur ungefähr jeder zehnte Mensch ein erhöhtes Armutsrisiko, Baden-Württemberg (10,2%) und Bayern (10,8%).

Nach der Definition der Europäischen Union gelten Menschen als armutsgefährdet, wenn sie mit weniger als 60% des mittleren Einkommens (Median) der Bevölkerung auskommen müssen, hier dem mittleren Einkommen in Deutschland. Die Zahlen ergeben sich aus Berechnungen des Mikrozensus für das Jahr 2008, die von den Statistischen Ämtern des Bundes und der Länder im Rahmen des Projektes "Sozialberichterstattung der amtlichen Statistik" ermittelt wurden.

Nach diesen Berechnungen waren bundesweit im Jahr 2008 rund 14,4% des Bevölkerung armutsgefährdet. Hierbei gibt es aber auch einen deutlichen Unterschied zwischen Ost und West. Während in den neuen Ländern (einschließlich Berlin) rund 19,5% der Mitbürger ein erhöhtes Armutsrisiko hatten, waren in den alten Bundesländern (ohne Berlin) nur rund 13,1% der Bevölkerung gefährdet. Nur die 65-Jährigen und ältere Menschen hatten in den neuen Bundesländern (10,2%) ein niedrigeres Armutsrisiko als im alten Bundesgebiet (12,5%). Im Osten waren keine nennenswerten Unterschiede zwischen Frauen (19,6%) und Männern (19,4%) festzustellen, wohingegen im Westen die Armutsgefährdungsquote der Frauen bei 13,7% und bei den Männern bei 12,4% lag. Nicht nur der Unterschied zwischen den alten und neuen Bundesländer ist daraus zu erkennen, sondern auch innerhalb Westdeutschlands sind beispielsweise Mitbürger in Bremen mit 22,2% deutlich häufiger armutsgefährdet als etwa in Hamburg (13,1%).

Besonders erwerbslose Personen und Alleinerziehende sowie deren Kinder sind bundesweit armutsgefährdet. Aber auch hier gibt es enorme regionale Unterschiede: 2008 waren in Baden-Württemberg 42,7% der Erwerbslosen armutsgefährdet, in Bremen dagegen mussten 68,7% der Erwerbslosen ein erhöhtes Armutsrisiko tragen. Am seltensten waren in Baden-Württemberg (31,8%) und Hamburg (32,1%) Mitglieder von Alleinerziehenden Haushalten von Armut bedroht, in Mecklenburg-Vorpommern aber waren es 62,7%.

Die Berechnungen der oben genannten Armutsgefährdungsquoten beruhen auf der Grundlage der Armutsgefährdungsschwelle auf Bundesebene. Errechnet wird diese anhand des mittleren Einkommens im gesamten Bundesgebiet. Es liegt somit eine einheitliche Armutsgefährungsschwelle zugrunde, ermittelt aus den Armutsgefährdungsquoten für Bund und Länder.




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