Die Reform durch Hartz IV hat nichts bewirkt – die Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe hält der Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband für sinnlos. Noch immer sei die Zahl der Betroffenen in gleicher Höhe – die nach wie vor "chaotische" Arbeit der Jobcenter sein der Grund dafür.
Der Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband fällt ein vernichtendes Urteil über die Reformen am Arbeitsmarkt, Der Verband sieht die Zusammenlegung von Sozial- und Arbeitslosenhilfe schlichtweg als gescheitert an. Die Zahl der Betroffenen merklich abzubauen, sei fünf Jahre nach der Reform am Arbeitsmarkt - Hartz IV – nicht gelungen, urteilte Ulrich Schneider, der DPWV-Hauptgeschäftsführer gegenüber der "Thüringer Allgemeinen". Im Vergleich zu 2005 sei die Zahl der erwerbsfähigen Bezieher von Hartz IV konstant geblieben.
Einer Analyse des Verbandes zur Folge lag die Zahl von 4,93 Millionen erwerbsfähiger Bedürftiger im April 2009 fast auf dem Niveau der Anfangsmonate der Arbeitsmarktreform Hartz IV. 5,15 Millionen waren es nach der Analyse im September 2005. Drei Jahre oder länger sei die Dauer, in der knapp die Hälfte der Bezieher von Hartz IV die Leistungen erhalten, erläuterte Schneider weiter. Das Fazit, das daraus gezogen werden muss, ist die Perspektivlosigkeit, in der sich die Hartz IV Empfänger befinden.
Den Ausstieg schafft nur jeder Vierte
Der Grund dafür, dass nur jeder Vierte den Ausstieg aus Hartz IV schafft, liegt laut dem Verband noch immer in der Vermittlung der Jobcenter. Schneider bezeichnete die Bemühungen der Jobbehörden nach wie vor als chaotisch und unabgestimmt. Gleichzeitig forderte er eine tiefgreifende Reform der bestehenden Gesetze. Am 1. Januar 2005 war die Zusammenlegung der Sozialhilfe und Arbeitslosenhilfe in Kraft getreten.
Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hat Anfang der Woche ebenfalls eine Studie vorgelegt, bei der es zu einem ähnlichen Ergebnis kam. Demnach schafft fünf Jahre nach der Reform am Arbeitsmarkt und dem Bezug von Arbeitslosengeld II nur jeder Vierte der Hartz IV Empfänger den Ausstieg. Davon findet wiederum nur die Hälfte eine Arbeit. Eine Tätigkeit unterhalb der Qualifikation wurde sogar von einem Drittel der Vermittelten angenommen.
Die Experten der IAB ziehen dennoch eine positive Bilanz der Reformen am Arbeitsmarkt. Der Direktor des Forschungszentrums der Bundesagentur für Arbeit, Joachim Möller, teilte mit, dass die Reform alles in allem positiv wirke. Die Langzeitarbeitslosigkeit sei dadurch deutlich zurückgegangen. Ebenfalls verbessert habe sich die Vermittlung von offenen Stellen an die Arbeitslosen. Möller sieht dies als Indizien für einen Erfolg der Reformen durch Hartz IV.