Investmentfonds: Manager kassieren Bonus, selbst bei einem Minus der Fonds

  1. 22.01.2010 14:37
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Wie in der Februar-Ausgabe von Finanztest mitgeteilt wird, werden etwa bei der Hälfte der weltweiten Aktienfonds Erfolgsgebühren an die Fondsmanager immer ausbezahlt. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Fonds gerade stark im Minus liegt oder noch keinen Ausgleich von früheren Verlusten schaffen konnte. Laut Finanztest sind unter den betroffenen Fonds auch die Angebote von großen deutschen Anbietern: Deka, Union Investment, DWS und Allianz Global Investors. Das komplette Testergebnis, bei dem 72 Aktienfonds weltweit unter die Lupe genommen wurden, kann in der Februar-Ausgabe von Finanztest eingesehen werden.

Bei 15 Fonds wurde ermittelt, dass der jeweilige Erfolg bereits vor dem Abzug der Verwaltungskosten berechnet wird. Dies bedeutet doppelte Kosten für die Anleger. Teilweise sind die Ziele der Anbieter im Hinblick auf den Erfolg der Fonds sehr niedrig angesetzt. Bei jedem fünften Fonds ergab der Test, dass das Ergebnis als Erfolg betrachtet wird, sobald dieses höher als Null Prozent liegt.

Das Resultat von zweifelhaften Praktiken von Fondsgesellschaften kann bedeuten, dass die Anleger nicht von einer Mehrrendite eines Fonds profitieren können. Der Aktienfonds Global Value hat an die DWS beispielsweise in 2008/2009 eine Erfolgsbeteiligung in Höhe von etwa 6,7 Millionen Euro ausbezahlt. Dadurch wurde die Rendite dieser Fonds um etwa 1,36 Prozent reduziert. Der Fonds lag damit auf ein Jahr gerechnet nicht besser als der jeweilige Vergleichsmaßstab. Hinzu kommt, dass der Fonds im Laufe des Jahres einen Verlust von einem Drittel des Wertes eingefahren hat.

Mit der Grundidee der Erfolgsgebühren sollte für die Fondsmanager eine Motivation angestrebt werden, die dazu dienen sollte, bessere Arbeit im Sinne der Anleger zu erledigen. Dabei ist jedoch häufig genau das Gegenteil erzielt worden , da die Fondsmanager durch die Erfolgsgebühren zu höherer Risikobereitschaft verleitet werden. Dies gilt vor allem, wenn die Erfolgsgebühren auf das Halbjahr oder noch kürzere Zeiträume gerechnet werden – das trifft bei etwa 20 Prozent der Fonds zu. Die Studie macht deutlich, dass Fonds mit Erfolgsgebühr keine besseren Renditen für die Anleger erwirtschaften als Fonds, bei denen keine Erfolgsgebühr ausbezahlt wird.




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