Bei der Untersuchung der Preisentwicklung der Kosten für Telefonate mit dem Handy im Ausland stellte das Unternehmen Tariff Consultancy Ltd. (TLC) deutliche Preissteigerungen fest. In den nicht zur EU gehörenden Ländern wurden die Preise für das Handy-Roaming deutlich erhöht. Aufgrund der EU-Verordnung von 2007, wurden die Kosten für SMS und Gespräche per Handy im Ausland innerhalb der EU durch die Regulierung halbiert. Diese Einnahmen fehlen den Netzbetreibern, sodass diese durch höhere Kosten für die Kommunikation außerhalb der EU wieder erwirtschaftet werden sollen.
Nach den Rechnungsbeispielen der TLC stiegen die Preise für die Handytelefonate per Roaming von Ländern aus der EU in die am nächsten gelegene Ländergruppe im Durchschnitt um 200 Prozent. Bei den SMS stiegen die Kosten durchschnittlich um 160 Prozent – beim mobilen Datentransfer wurde gar ein Anstieg von 270 Prozent ermittelt.
Die Länderzonen wurden, wie die Ermittlungen der TLC zeigten, von einigen Anbietern verkleinert. Länder, die vor Inkrafttreten der EU-Verordnung zur Ländergruppe 1 zählten, wurden bei einigen Anbietern in weitaus teurere Ländergruppen eingeteilt. Vor allem Norwegen und die Schweiz sind von den Umgruppierungen betroffen. Teurer wurden zudem Telefonate mit dem Handy in den USA und in der asiatisch-pazifischen Region.
Zudem kam die TLC zu dem Ergebnis, dass mittlerweile viele Netzbetreiber an eigenen Roaming-Paketen arbeiten. Mit diesen soll die Regelung durch die EU-Verordnung umgangen werden.