Bisher haben nur acht der Duisburger Krankenkassen Zusatzbeiträge in Höhe von acht Euro monatlich angekündigt. Alle anderen Kassen scheinen ihre Versicherten noch zu schonen.
So ist zum Beispiel von Seiten der AOK Rheinland/Hamburg für die insgesamt mehr als 2,5 Millionen rheinländischen Mitglieder für das Jahr 2010 keine Beitragserhöhung in Sicht. Sprecher Andre Maßmann bekräftigte, dass aufgrund der guten wirtschaftlichen Lage im Vorjahr eine Bewältigung des Haushaltsplans aus eigenen Mitteln gewährleistet sei. Deshalb sei es nicht nötig, einen Zusatzbeitrag zu erheben. Dass die AOK so entspannt ins neue Jahr starten kann, liegt aber sicher auch daran, dass das Verhältnis von chronisch kranken Versicherten zu "normalen" Versicherten, die wesentlich weniger Kosten verursachen, recht ausgeglichen ist. Zudem macht es sich bemerkbar, dass die Kasse rund 10.000 neue Mitglieder gewonnen hat.
Ein Sprecher der Barmer GK, Thorsten Jakob, hält sich eher bedeckt, was Prognosen für die kommenden Monate angeht. Da die wirtschaftliche Lage jetzt noch nicht vorauszusehen sei, könnten keine festen Zusagen gemacht werden, ob im gesamten Jahr Zusatzbeiträge anfallen. Schließlich seien Mehrkosten in 6-prozentiger Höhe von Seiten der Krankenhäuser, Ärzte und im Pharmaziebereich geplant, sodass niemand voraussehen könne, inwieweit diese Kosten aufgefangen werden können.
Auch die BKK Novitas, die inklusive mitversicherter Familienangehöriger mehr als 300.000 Versicherte hat, kann für das gesamte Jahr keine Entwarnung geben, obgleich im ersten Quartal keine Zusatzbeiträge anfallen sollen. Wie es in den Folgemonaten aussieht, wird erst auf der Tagung des Verwaltungsrats, die Anfang Februar stattfindet, verhandelt. Denn das finanzielle Loch des Gesundheitsfonds in Höhe von vier Milliarden Euro müsse laut BKK-Sprecher Jakob Funk von allen Kassen mit getragen werden. Allzu optimistische Voraussagen seien daher fehl am Platz.