In der „Euro am Sonntag“ nimmt der Präsident des Bankenverbandes Andreas Schmitz zur aktuellen wirtschaftlichen Lage der Banken Stellung. Seine Prognosen für dieses und die folgenden Jahre sind eher düster, was die Vergabe von Krediten an Betriebe und Privatkunden angeht. Vor allem Firmen aus der Automobilbranche und dem Maschinenbau, die in der Regel über wenig eigenes Kapital verfügen, haben schlechte Chancen auf Finanzierungen. Schuld daran sind Wertberichtigungen, die aufgrund der konjunkturellen Lage vor allem im Firmenkundengeschäft in den letzten beiden Quartalen des Jahres zu erwarten sind. Aufgrund dessen sei auf dem Kreditsektor mit Milliardenabschreibungen in zweistelliger Höhe zu rechnen. Das zwischenzeitliche Hoch im vergangenen Jahr war also nur von kurzer Dauer.
Dass das Jahr 2009 so positiv ausgefallen ist, liegt unter anderen daran, dass vor allem Industriebetriebe die Finanzkrise durch erhebliches Eigenkapital relativ gut abfangen konnten. Demzufolge waren die Wertberichtigungen auf dem Sektor Kredite lange nicht so hoch wie erwartet. Die relativ stabile wirtschaftliche Lage der Banken war auch an den zum Jahresende hin gestiegenen Werten der strukturierten Wertpapiere zu erkennen. Allerdings sind die Reserven vieler Firmen allmählich aufgebraucht, sodass die Aussichten für das laufende Jahr nicht so rosig ausfallen. Die Kernkapitalquote der Banken wurde in den letzten drei Jahren auf 10 Prozent gesteigert, nachdem sie ursprünglich nur 7 Prozent betrug. Die pessimistischen Prognosen machen auch vor Dividenden und Renditen nicht Halt, die das Niveau der letzten Jahre wohl kaum halten können, sondern deutlich niedriger ausfallen werden.