Der Mikrokreditfonds wurde von der Bundesregierung in Deutschland gestartet. Mit diesem sollen 100 Millionen Euro für Kredite zur Verfügung stehen, die an kleine und kleinste Unternehmen vergeben werden. Auch die sogenannten jungen Unternehmen sollen damit Unterstützung bekommen. Die Gelder aus dem Mikrokreditfonds stammen aus dem Europäischen Sozialfonds, von dem etwa 60 Millionen einfließen sollen – die restliche Summe von etwa 40 Millionen Euro soll aus dem Haushalt des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales BMAS beigesteuert werden. 1,5 Millionen Euro sollen zu einem späteren Zeitpunkt noch vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie einfließen.
Über den Mikrokreditfonds werden Kredite bis zu einer Höhe von 20.000 € gesichert. Die Laufzeit kann bis zu drei Jahren betragen, eine Kredituntergrenze gibt es nicht. Ein enormer Vorteil ist für viele kleine Unternehmen, dass für den Kredit aus dem Mikrokreditfonds keine Sicherheiten verlangt werden, wie dies bei den Banken üblich ist. Der Zinssatz der Kredite soll zunächst bei 7,5 Prozent p.a. liegen und eine besondere Berücksichtigung von Unternehmen, die eine hohe Ausbildungsbereitschaft zeigen, bieten. Die Kreditvergabe soll schnell und unbürokratisch erfolgen – es wird von einer Woche nach Antragstellung im Regelfall ausgegangen. Vorerst wird der Mikrokreditfonds mit einer Laufzeit bis 2015 eingerichtet.
Die Verwaltung des Fondsvermögens übernimmt die Nbank - Investitions- und Förderbank Niedersachsen – treuhänderisch für den Bund. Die Bochumer GLS Bank übernimmt die Kreditvergabe in einem so genannten kooperativen Markt. Dies bedeutet, dass die Vergabe auf Empfehlung von Mikrofinanzierern aber auf eigene Rechnung erfolgt.
Kreditausfälle werden gegenüber der GLS Bank über den bereitgestellten Mikrokreditfonds gesichert. Die Betreuung und Beratung durch die Mikrofinanzierer erfolgt persönlich – diese leiten die Empfehlung der Kreditvergabe dann an die GLS Bank weiter. Die Mikrofinanzierer übernehmen die Zwischen- und Vermittlungsstation zwischen Kreditnehmer und Kreditgeber.
Der Fonds ist gleichzeitig darauf ausgelegt, über die aktuell brisante Lage hinaus auch mittel- und langfristig für eine Förderung der Entwicklung eines flächendeckenden Angebots an Mikrokrediten deutschlandweit zu sorgen. Es wird eine Steigerung der Professionalität der Vergabe der Mikrokredite angestrebt – gleichzeitig soll die Attraktivität für die Tätigkeit als Mikrofinanzierer gesteigert werden.
Mit dem Mikrokreditfonds sollen die häufigen Liquiditätsprobleme der Kleinstbetriebe beseitigt werden, die meist durch Vorfinanzierungen von Projekten oder zur Erweiterung des Geschäftsmodells entstehen. Im Prinzip stellt der Mikrokreditfonds somit auch die Reaktion der Bundesregierung auf die Veränderung in der Unternehmenswelt dar, in der immer mehr kleinere Betriebe und kleinste Unternehmen von Selbständigen auftreten. Diesen kleinen Unternehmen soll die Möglichkeit geboten werden, sich an die Beratungsorganisationen zu wenden, die als Mikrofinanzierer tätig werden. Hierzu gehören Gründerzentren, Wirtschaftsfördergesellschaften, Genossenschaften oder Unternehmensberatungen.