Mobiles Internet mit Hindernissen für Netzbetreiber

  1. 18.02.2010 09:16
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Die Hoffnungen der Telekom-Branche liegt auf dem Geschäft, das sich durch mobiles Internet bietet. Sollte sich die Marktentwicklung wie erwartet darstellen, könnte es jedoch für die Netzbetreiber in den nächsten Jahren zu Kapazitätsproblemen kommen. Allein ein einziges Video von YouTube entspricht dem Datenvolumen von 500.000 SMS. Experten schätzen, dass die Leistungsfähigkeit und Kapazitäten der Netze künftig zur Überlebensfrage der Netzbetreiber werden.

Um in den kommenden Jahren mehr Umsätze zu erzielen durch den enormen Datenanstieg, wurde diese Welle von den Mobilfunkanbietern selbst zum Rollen gebracht. Die Erlöse steigen jedoch wegen der immer stärker vertretenen Flatrates bei weitem nicht so rasant wie das Datenvolumen. Dies stellt die Netzbetreiber vor Kapazitätsprobleme und erfordert zugleich die Suche nach anderen Umsatzquellen.

Vittorio Colao, der Chef von Vodafone, gab auf dem Mobile Word Congress in Barcelona an, dass weder Vodafone noch die Branchenkollegen auf die Rolle von Datenleitungen fremder Geschäftsmodelle reduziert werden wolle. Das Geld würde letztendlich für die kontinuierliche Erweiterung der Netze benötigt. Künftig wollen sich die Netzbetreiber am Markt für Handy-Software beteiligen, darauf allein können sich diese jedoch nicht verlassen, da sich Google und Apple bereits mit dem Angebot der App-Stores eine Marktposition gesichert haben.

Die Telekom-Branche hat dabei mit sinkenden Preisen und gleichzeitig einem eher steigenden Bedarf an Investitionen zu kämpfen. Das Wachstum des Datenvolumens stellt die Netzbetreiber vor die nächste Herausforderung. Bereits jetzt gibt es Engpässe für die Handynutzer, wenn die Auslastung hoch ist oder diese in Netzabschnitte eingebucht sind, die geringere Übertragungsraten bieten. Den Netzausrüstern schweben dabei bereits neue Geschäftsmöglichkeiten vor. Ericsson rechnet für das Jahr 2020 mit 50 Milliarden verbundenen Geräten. Nokia Siemens Networks geht davon aus, dass bereits im Jahr 2015 der weltweite mobile Datentransfer auf 23 Exabytes ansteigen wird.

Hohe Datengeschwindigkeiten sollen durch den neuen Mobilfunkstandard LTE geboten werden.
Anssi Vanjoki, der Manager von Nokia, geht von einer reibungslosen Einführung in den nächsten Jahren aus. LTE ist in Deutschland der Mobilfunkstandard der vierten Generation, liegt aber noch immer in der Zukunft. In einigen Großstädten in Skandinavien werden bereits in 2010 LTE-Netze gebaut – in Deutschland dagegen werden von den Netzbetreibern noch die Netze der dritten Generation mit HSPA, dem UMTS-Beschleuniger, ausgebaut. Die Deutsche Telekom will im nächsten Jahr HSPA in Deutschland einführen und damit Datenraten von bis zu 42 MB/s erreichen.

Experten und Branchenbeobachter schätzen allerdings den Aufbau der UMTS-Netze weitaus teurer ein als die Umstellung auf LTE, da bei den bestehenden Mobilfunkstationen eine einfachere Aufrüstung möglich ist. Wie von der Unternehmensberatung Booz & Co errechnet wurde, werden für den Aufbau der LTE-Infrastruktur im Mobilfunk bis ins Jahr 2014 weltweit mindestens 20 Milliarden an Kosten für die Investitionen anfallen. Dies bedeutet eine enorme Herausforderung für die Netzbetreiber, die chronisch verschuldet sind.




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