Wie die Lübecker Nachrichten berichten, werden vermutlich viele der gesetzlich Versicherten die Zahlung des Zusatzbeitrags boykottieren. Der Zeitungsbericht stützt sich auf die Angaben der Krankenkassen, die bereits Zusatzbeiträge erheben.
Den Erwartungen der Experten zufolge, sollen den Krankenkassen 2010 rund 4 Millionen Euro fehlen. Daher hatten im Januar bereits 9 der gesetzlichen Krankenkassen die Erhebung von Zusatzbeiträgen angekündigt. Die Erhebung von Zusatzbeiträgen rechtfertigt sich, wenn das Budget aus dem Gesundheitsfonds den Krankenkassen nicht zur Deckung der Ausgaben ausreicht.
Gemäß den Angaben im Zeitungsbericht waren von den 4,6 Millionen Versicherten in der DAK, eine Woche bevor der erste Zusatzbeitrag fällig wird, lediglich von 1,5 Millionen Mitgliedern entsprechende Einzugsermächtigungen eingegangen. Der Zusatzbeitrag der DAK muss rückwirkend für Februar bezahlt werden. Des Weiteren teilte ein Sprecher der DAK mit, dass zudem einige Mitglieder von dem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machten. Genaue Zahlen gab die DAK jedoch nicht bekannt.
Sonderkündigungen der Versicherten bestätigten auch die BKK Phoenix und die BKK Gesundheit. Das Recht auf eine Sonderkündigung sei vorwiegend von finanziell schwachen Familien in Anspruch genommen worden.
Wie die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein mitteilt, gehen dort wöchentlich mehrere hundert Anrufe von gesetzlich Versicherten ein, die sich erkundigen und beraten lassen wollen. Die häufigste Frage ist dabei, ob der Zusatzbeitrag entrichtet werden soll, oder ob es besser ist, die Krankenkasse zu wechseln, was durch das Sonderkündigungsrecht kurzfristig möglich ist.