Neue Kopfpauschale in der Krankenversicherung
Die "Märkische Allgemeine" berichtete am Montag, dass Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) zukünftig einen monatlichen Extrabeitrag in Höhe von 29 Euro für jeden Versicherten einführen will. Die Kopfpauschale soll ab dem nächsten Jahr fällig werden. Im Gegenzug soll der vor 5 Jahren eingeführte Zusatzbeitrag der Arbeitnehmer von 0,9% gestrichen werden. Wenn sich Rösler mit seinen Plänen durchsetzen kann, wird sich in Zukunft die Zusatzbelastung für den Arbeitnehmer reduzieren, und die Krankenkassenbeiträge werden wieder komplett hälftig von Arbeitnehmer und Arbeitgeber getragen.
Höhere Steuern für Gutverdiener
Gesundheitsminister Rösler hat nicht nur mit der Idee, zur Finanzierung seiner Idee Gutverdiener höher zu besteuern für Wirbel gesorgt, auch mit seiner Äußerung bezüglich der Entmachtung der Pharma-Lobby erregte er Aufsehen. Das Vorhaben, die gesetzlichen Handelsspannen des Großhandels zu kürzen stößt wohl bei den Versicherten auf viel Unterstützung, jedoch in Pharmakreisen auf Gegenwind. Immerhin würde das für den Arzneimittelgroßhandel und die Apotheken, die eine große Lobby haben, enorme Gewinneinbußen darstellen. Die Märkische Allgemeine zitierte einen Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums wie folgt: "Hier handelt es sich um Überlegungen, die bisher auf Arbeitsebene diskutiert werden. Ob und in welchem Umfang diese möglicherweise in Maßnahmenpläne des Ministeriums einfließen, ist noch offen."
Finanzierungsstrategie ist noch offen
Heute findet die erste Sitzung der Regierungskommission für die Gesundheitsreform statt. Maximilian Gaßner wird als Präsident des Bundesversicherungsamtes die schwierige Finanzlage der Kassen darlegen. Für das kommende Jahr drohen dem Gesundheitssystem Defizite von über 10 Milliarden Euro. Um diese Lücke zu schließen müsste im Grunde jeder Versicherte mehr als 1% mehr pro Monat für seine Krankenversicherung zahlen und der reguläre Krankenkassensatz müsste angehoben werden. Wie Rösler die Zusatzbelastungen finanzieren will, ließ er neben einigen kurz angesprochenen Ideen noch offen. Es wird spekuliert, dass besonders hohe Bezüge steuerlich mehrbelastet werden sollen, da vor allem Menschen mit hohem Einkommen von der Kopfpauschale überdurchschnittlich profitieren.