Psychische Probleme sind Auslöser für jede 10. Krankschreibung

  1. 26.03.2010 12:33
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Die psychischen Belastungen am Arbeitsplatz steigen stetig an und damit auch die Zahl der Arbeitnehmer, die aufgrund psychischer Störungen dem Arbeitsplatz fernbleiben. Die Fehlzeiten bei diesen Erkrankungen sind lang, sie dauern zwischen drei und sechs Wochen. Grund für die Krankschreibungen sind Burnout, Angstzustände und Depressionen. Vor allem Arbeitnehmer aus der Dienstleistungsbranche sind einem enorm hohen Druck ausgesetzt. Da liegt es nah, dass gerade in diesem Bereich die Zahl der Krankschreibungen am höchsten liegt. Der größten Belastung sind Arbeitnehmer ausgesetzt, die eine ausschließlich telefonische Tätigkeit ausüben wie zum Beispiel in Call-Centern. Ebenfalls gefährdete Personengruppen sind Arbeitnehmer in Pflegeberufen, im sozialen Bereich, in der Telekommunikationsbranche und Verwaltungsangestellte. Bemerkenswert ist, dass im Baugewerbe und in der Landwirtschaft die wenigsten Fehlzeiten aufgrund psychosomatischer Beschwerden zu verzeichnen sind.

Nicht nur die zunehmenden Anforderungen am Arbeitsplatz sind schuld an der Misere, sondern auch fehlende Anerkennung und Entlohnung für die harte Arbeit. Darüber hinaus finden viele Arbeitnehmer in ihrer Arbeit keine Erfüllung, ihnen fehlt das Gefühl, tatsächlich etwas bewegen zu können. Dieses eingeschränkt sein macht auf Dauer unzufrieden und depressiv. Hinzu kommen immer häufiger auftretende Fälle von Mobbing.

Seit 1990 ist bereits ein Aufwärtstrend der Krankschreibungen wegen psychischer Probleme zu beobachten. Das mag wahrscheinlich auch daran liegen, dass derartige Erkrankungen von den Ärzten eher anerkannt werden und auch die Diagnoseverfahren deutlich verbessert wurden. Allein in 2008 betrug die Krankschreibungsrate aufgrund von psychischen Problemen mehr als 10 Prozent.

In Deutschland kosteten die stationären Behandlungen psychischer Erkrankungen die Krankenkassen allein im Jahr 2004 mehr als 4 Milliarden Euro. Umgerechnet auf die Anzahl der Patienten, die mit Depressionen eingeliefert werden, sind das pro Patient 4.000 Euro. Mehr noch als die Arbeitnehmer sind die Arbeitslosen gefährdet, in Depressionen und Alkoholismus abzurutschen. Hier liegt die Krankschreibungsrate um das Vierfache höher als bei den Arbeitnehmern.





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