Mieterbund stellt neuen Betriebskostenspiegel vor

  1. 06.04.2010 08:50
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Die Berechnungen des Deutschen Mieterbundes zum aktuellen Mietspiegel liegen vor. Demnach zahlen Mieter in Deutschland monatlich im Durchschnitt 2,16 Euro pro Quadratmeter an Miete. Rechnet man alle denkbaren umlegbaren Nebenkosten zusammen, dann kann sich die "zweite Miete" auf 2,91 Euro pro Quadratmeter und Monat summieren. Grundlage der Berechnungen des Deutschen Mieterbundes zum Mietspiegel sind Abrechnungsdaten aus dem Jahr 2008.

Beim Erstellen des Mietspiegels fiel auf, dass die Nebenkosten von 2007 auf 2008 massiv gestiegen sind. Mieter einer 80 Quadratmeter großen Wohnung mussten 2008, falls alle anrechenbaren Nebenkosten gefordert wurden, fast 2.800 Euro für dieses eine Jahr an Betriebskosten zahlen, was fast 5% Steigerung gegenüber dem Vorjahr bedeutet.

Kalte Betriebskosten

Im Jahr 2008 blieben die "kalten Betriebskosten" wie Hausmeister- und Gartenarbeiten, Grundsteuer, kommunale Gebühren sowie Dienstleistungen und Versicherungen (Gebäudeversicherung, Elementarversicherung, Haftpflichtversicherung) auf dem gleichen Niveau wie im Vorjahr, es werden sogar leichte Preisrückgänge von 3% verzeichnet. Hauptgrund für den Rückgang der kalten Betriebskosten liegt wahrscheinlich in einem verbesserten Management der vermieteten Objekte mit dem Ziel, Geld bei der Pflege der Immobilien zu sparen. So sind insbesondere Kosten für die Pflege der Aufzüge, das Instand- und Sauberhalten der Gebäude und Gärten gesunken.

Warmes Wasser und Heizkosten

Im Abrechnungsjahr 2008 sind Kosten für warmes Wasser und Heizung um fast 20% angestiegen und das, obwohl von Vermieterseite viel für energetische Sanierungen und von Mieterseite für sparsames Heizen getan wurde. Hauptgrund für den starken Anstieg der Heizungs- und Warmwasserkosten war 2008 nicht der kalte Winter, sondern vielmehr die Energiepolitik der großen Versorgungskonzerne, die 2008 mit massiven Preiserhöhungen für Strom aufwarteten. So stieg der Preis für Heizöl im Jahr 2008 um fast 32%, der Gaspreis um fast 9%. Ölbeheizte Wohnungen kosteten so etwa ein Viertel mehr als im Vorjahr, bei Wohnungen, die per Fernwärme beheizt wurden, lagen die Mehrkosten bei 12%. Gewinner waren hier die Mieter gasbeheizter Wohnungen, denn diese zahlten, im Schnitt über 20% weniger als im Vorjahr.

Ost-West-Vergleich

Unterschiede bei der Beheizung der Wohnungen zeigte sich auch im Ost-West-Vergleich. Während in Westdeutschland der Großteil der Wohnungen mit Öl beheizt wird, sind es in Ostdeutschland meist Gas und Fernwärme, die zum Heizen und zur Warmwassergewinnung genutzt werden. Ein großer Teil der ostdeutschen Immobilien hat sich energetischen Sanierungsmaßnahmen unterzogen und ist wo wesentlich wirtschaftlicher als vorher. Besonders Wohnungsbaugenossenschaften haben hiervon Gebrauch gemacht. Im Osten Deutschlands sind mittlerweile gut 80% der Genossenschaftsbestände saniert, in Westdeutschland sind es hingegen nur gut 40%.

Prognose für 2009/2010

Die Kosten für 2009/2010 werden einer Berg- und Talfahrt gleich kommen, besonders bei den Kosten für warmes Wasser und Heizwärme. Da die Wintermonate 2009 deutlich kälter waren als im Vorjahr, ist hier mit enormen Mehrkosten zu rechnen. Auch vermutet der Mieterbund, dass der Energiebedarf auch 2009 wieder angestiegen ist. Jedoch ist insgesamt davon auszugehen, dass die Nebenkosten im Jahr 2009 bis zu 15% unter den des Jahres 2008 liegen werden. Sieht man sich die Angaben des Statistischen Bundesamtes an stellt man fest, dass die kalten Betriebskosten nur geringfügig angestiegen sind. Während 2010 die Ölpreise weiter anziehen, wird Gas günstiger werden. Den kalten Temperaturen Anfang 2010 haben wir es zu verdanken, dass die Heizkosten auch für das Jahr 2010 nicht billig sein werden.




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