Die AOK erwartet Einsparungen bis Ende 2010 in Höhe von einer Milliarde Euro aufgrund der seit 2007 bestehenden Arzneimittelrabattverträge für Generika. Für dieses Jahr werden allein 520 Millionen Euro an Einsparungen in den Ausgaben für Medikamente erwartet. Am 1. April trat die vierte Vertragsstaffel in Kraft, die insgesamt 80 Wirkstoffe mit neuen Rabatten enthält. Damit bestehen aktuell für 143 Wirkstoffe Rabattverträge.
Die Generika-Verordnungen tragen zudem nachweislich zur Förderung des Wettbewerbs und des Mittelstands bei. Die AOK sieht darin den Beweis, dass die Verhandlungen über Rabatte zwischen den Unternehmen der Pharmaindustrie und den Krankenkassen maßgeblich zu Kostensenkungen beitragen. Wie Befragungen der Versicherten durch die AOK aufzeigten, finden die Arzneimittelrabattverträge bei den Mitgliedern stärkere Akzeptanz als andere Maßnahmen, die zur Ausgabenreduzierung im Gesundheitssystem beitragen.
Die neuen Rabattverträge zwischen der AOK und den aktuell 26 Vertragspartnern haben eine Laufzeit von zwei Jahren und enden somit Ende März 2012. Zudem werden bereits Ausschreibungen vorbereitet für weitere 13 Wirkstoffe, die vor kurzem die Patentfreiheit erlangten. Für diese sollen ab Oktober neue Verträge mit einer Laufzeit von 2 Jahren abgeschlossen werden. Aufgrund der Laufzeit von 2 Jahren und der Entscheidung, den Zuschlag einem Anbieter aus der Region zu erteilen, sorgen laut der AOK für Planungssicherheit und eine Konstanz bei den Verordnungen. Damit wird nach Ansicht der AOK sowohl den Anliegen der Patienten, der Ärzte und den Apotheken entgegen gekommen.
Wie Dr. Christoph Hermann, der Verhandlungsführer der AOK Gemeinschaft mitteilt, profitieren vor allem kleine und mittlere Unternehmen durch das Ausschreibungsverfahren der AOK, bei dem regionale Gebietslose eingesetzt werden. Durch die Möglichkeit der Kalkulationssicherheit der Unternehmen werden Arbeitsplätze gesichert, der Wettbewerb gefördert und eine hohe Qualität der Arzneimittelversorgung für die Versicherten gesichert.
Der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt, sieht in der Umsetzung der Arzneimittelrabattverträge die Ärzte in der Schlüsselrolle. Laut den Befragungen der Versicherten seitens der AOK haben die Patienten ein höheres Vertrauen in ein neues Medikament, wenn dieses vom Arzt verordnet und empfohlen wird.