Das neue iPhone-Betriebssystem von Apple wurde gestern in der vierten Version vorgestellt. Ab sofort steht das SDK zum Herunterladen bereit, das System wird ab Sommer 2010 auf die Geräte kommen. Das iPhone OS 4 bietet über 100 neue Features für User und über 1500 APIs für Entwickler. Zu den wichtigsten Neuheiten gehören verbesserte E-Mail-Funktionen, Ordner, Multitasking, iBooks, verbesserte Geschäftslösungen und das Game Center.
Die neuen Businesslösungen konzentrieren sich auf Kompatibilität, Sicherheit und Skalierbarkeit. E-Mails und Daten können mit PINs verschlüsselt werden und die Verwaltung aller iPhones und Apps einer Firma wurde vereinfacht. Exchange Server 2010 und SSL VPN werden unterstützt. Drahtloses Gerätemanagement mit Hilfe von wireless LAN wurde erweitert, so dass nun Geräte aus der Ferne komplett konfiguriert, gesperrt oder gelöscht werden können.
Das gleichzeitige Ausführen mehrerer Programme, das so genannte Multitasking, ist eine der bahnbrechendsten Neuerungen beim iPhone. Apple-Chef Steve Jobs dazu: "Wir waren zwar nicht die ersten, aber wir werden die besten sein!" Er behauptet, die Leistungsfähigkeit des Geräts sei durch die Multitasking-Funktion in keinster Weise eingeschränkt, und die Akkubelastung und dadurch entstehende Probleme habe Apple besser in den Griff bekommen als die Konkurrenz. Das hat eine einfache Erklärung, denn Apple hat sich hierzu eine besondere Technik einfallen lassen. Programme, die der User zwar offen hat, aber momentan nicht nutzt, werden in eine Art Dämmermodus versetzt. Nur einige bestimmte Dienst bleiben aktiv, wie dies z. B. bei der Nutzung von Skype und VoIp der Fall ist oder bei Musiksoftware und Pandora oder anderen. Das iPhone OS 4 bietet sieben Dienste dieser Art, die von Softwareentwicklern für Apps verwendet werden können: Standortbestimmung, lokale Benachrichtigungen, Hintergrund-Audio, VoIP, Push-Nachrichten, der Wechsel zwischen Anwendungen und die Vervollständigung von Aufgaben.
Der User wird keine Schwierigkeiten haben, mit Multitasking umzugehen. Doppelklick oder ein andauernder Druck auf dem Home-Button, und schon öffnet das iPhone eine Liste der momentan laufenden Programme am unteren Display-Rand. So kann man wählen, zu welchem Programm man wechseln möchte. Bei jedem Wechsel zu einer anderen Applikation kommt der User wieder genau an die Stelle, an die er das App verlassen hat.
Auch hat Apple den Umgang mit der elektronischen Post verbessert. Für E-Mails gibt es im OS 4 einen globalen Posteingang, der Mails aus verschiedenen Konten zusammenfasst. E-Mails können nach Betreff sortieren und die Verwaltung von Exchange–Accounts ist kinderleicht.
Besonders stolz scheint Jobs auf die Ordner zu sein, die im OS 4 neu sind. Zieht man eine Anwendung auf eine andere, kreiert Apple dafür einen Ordner, der nach der Kategorie benannt ist, in der sich die Apps befinden. Ordner können umbenannt und verschoben werden, wobei bei der Anzahl nach oben keine Grenzen gesetzt sind. Es können bis zu 2000 Apps auf ein iPhone geladen werden.
Eine weitere Neuerung ist das Game Center, in dem ähnliche Funktionen wie Xbox Live von Microsoft angeboten werden. In diesem sozialen Game-Netzwerk mit Multiplayer, Achievments und Ranglisten mit High Scores können sich Spiele-Fans online treffen und gegeneinander antreten. Apps, die mit GameKit APIs entwickelt wurden funktionieren auch im Game Center, der im Laufe des Jahres für iPod touch und iPhone verfügbar sein wird. Auch neu: der Bücherladen fürs iPad - iBooks.
Unter developer.apple.com können Softwareentwickler das SDK der Beta-Version von iPhohne OS 4 herunterladen und ausprobieren. Die Version wird für Endkunden erst im Sommer erhältlich sein und im Herbst kommt sie auf das iPad.