Milliardenüberschuss bei deutscher Pflegeversicherung

  1. 15.04.2010 09:09
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Die Bilanzen der Pflegeversicherung waren seit dem Beginn im Jahre 1999 von negativen Zahlen geprägt. Eine Ausnahme bildete lediglich das Jahr 2006. Obwohl die Beiträge ständig angehoben wurden, stiegen in gleichem Maße die Pflegeleistungen für die immer größer werdende Zahl der pflegebedürftigen Personen. Diese lag im vergangenen Jahr bei über 2 Millionen. Auch die Einstufungen der Pflegebedürftigen in die Pflegestufe 0 werden immer mehr. Diese lagen im vergangenen Jahr bei über 110.000 Versicherten, 2 Jahre zuvor betrug der Anteil nur 70.000 Versicherte. Die Ausgaben für den Betreuungsaufwand wurden von der Regierung auf 1.200 oder 2.400 Euro erhöht. Dieser betrug zuvor nur 460 Euro.

Hieraus erklärt sich laut Angaben des Ministeriums der Anstieg der Ausgaben der Pflegeversicherung. Das Pflege-Weiterentwicklungsgesetz sieht stetige Verbesserungen im Bereich der Pflege vor. Vor allem der Anstieg der Einstufungen der Pflegestufe 0 sind um weit mehr als 50 Prozent gestiegen. Pflegestufe 0 erhalten diejenigen Patienten, die nicht mehr in der Lage sind, ihren Haushalt und sich selbst angemessen zu versorgen. Dazu gehören neben bettlägerigen Patienten auch Personen, die unter Demenz leiden.

Obwohl die Ausgaben stetig steigen und auch die Wirtschaftskrise sicherlich nicht spurlos an der Pflegeversicherung vorbeigegangen ist, war das vergangene Jahr wie auch schon 2008 sehr erfolgreich. Der in 2008 erzielte Gewinn von über 600 Millionen Euro konnte im Jahr 2009 noch auf mehr als eine Milliarde gesteigert werden. Zurückgeführt wird das positive Einnahmeergebnis auf die Beiträge, die zum 01.07.2008 angehoben wurden. Beschäftigte zahlen zur Zeit 1,95 Prozent in die Pflegeversicherung ein, bei Kinderlosen ab dem vollendeten 23. Lebensjahr wird seit 2005 ein Beitrag von 2,2 Prozent erhoben. Obgleich die Ausgaben der Pflegeversicherung um über 6 Prozent gestiegen sind, konnte im Jahr 2009 ein Plus erwirtschaftet werden. Während die Ausgaben insgesamt 20,3 Milliarden betrugen, konnte die Versicherung Einnahmen in Höhe von 21,3 Milliarden verzeichnen. Somit lagen die Einnahmen um etwa 8 Prozent höher.

Die derzeitige finanzielle Reserve von knapp 5 Milliarden Euro wird die Pflegeversicherung nach Meinung von Experten jedoch nicht halten können. Das Ergebnis für das laufende Jahr wird voraussichtlich nicht mehr so rosig aussehen, da doch noch mit Auswirkungen der Finanzkrise gerechnet wird. Außerdem werden die steigenden Ausgaben sich eher schlechter auf das Gesamtergebnis auswirken. Die Prognosen für 2010 sind also recht verhalten, obwohl von anderer Seite auch schon von einer Unterfinanzierung gesprochen wurde.




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