Marcus Schenck, der Finanzvorstand von E.on, dem größten Energiekonzern in Deutschland, kündigte am Wochenende eventuell sinkende Strompreise an. Als Grund nannte er die rückläufigen Strompreise im Großhandel. Jürgen Großmann, der Vorstandsvorsitzende der RWE, stimmt mit dieser Argumentation nicht überein. Er weist dagegen auf die Nebenkosten beim Strompreis hin, die nicht von der Stromerzeugung abhängig sind. Zu diesen gehört auch die Umlage für die erneuerbaren Energien.
RWE ist der zweitgrößte Energiekonzern in Deutschland und rechnet kaum mit einer Möglichkeit, dass die Stromkunden in Deutschland auf eine Entlastung bei den Strompreisen hoffen können. Wie Jürgen Großmann am Mittwoch erklärte, können zwar die Kosten zur Stromerzeugung kurzfristig immer wieder rückläufig sein – langfristig jedoch ist mit einer Verteuerung der Preise für Energie zu rechnen.
Wie Johannes Lambertz, der Vorstandsvorsitzende der Erzeugungssparte der RWE, mitteilte, werden auch die längeren Laufzeiten der Atomkraftwerke keine dauerhafte Senkung der Preise ermöglichen. Diese tragen höchstens dazu bei, dass der Preisanstieg etwas gebremst wird.