Hatte die gesetzliche Sozialversicherung das Jahr 2008 noch mit einem Plus von 3,8 Milliarden Euro abgeschlossen, so teilt das Statistische Bundesamt nun für das Jahr 2009 –in Abgrenzung der Finanzstatistik - ein Defizit von 14,9 Milliarden Euro mit.
Demnach stiegen die Ausgaben im Gegensatz zum Vorjahr um 5,3 % auf 505,6 Milliarden Euro, wohingegen sich die Einnahmen "nur" um 1,4 % auf 490,9 Milliarden Euro erhöhten. Einzelheiten hierzu: In der gesetzlichen Rentenversicherung wurde in 2008 noch ein Überschuss in Höhe von 3,7 Milliarden Euro erreicht. In 2009 stiegen die Ausgaben um 2,4 %, die Einnahmen um 0,8 % und haben sich bei etwa 243,8 Milliarden Euro angeglichen.
Bei der gesetzlichen Krankenkasse machen sich die Zuweisungen des Gesundheitsfonds und des einheitlichen Beitragssatzes von 15,5 % ab dem 1.1.2009 bemerkbar. Zwar wurde der Beitragssatz zum 1.7.2009 auf 14,9 % gesenkt, dafür wurden jedoch die Zuschüsse des Bundes um 3,2 Milliarden auf 7,2 Milliarden Euro erhöht. Die Ausgaben der Kassen stiegen im Gegensatz zum Vorjahr um 5,9 %. Nach einen Finanzierungsüberschuss in Höhe von 0,7 Milliarden Euro in 2008 entstand 2009 ein Defizit in Höhe von 1,4 Milliarden Euro.Gravierend ist der Rückgang der Einnahmen der Bundesagentur für Arbeit (einschl. Versorgungsfonds) in 2009, die um 10,4 % (4 Milliarden Euro) auf 34,4 Milliarden Euro sanken insbesondere durch die Absenkung des Beitragssatzes zum 1.1.2009. Die Ausgaben stiegen 2009 um 23,4 % (9,2 Milliarden) auf 48,7 Milliarden Euro. Das Defizit war 2009 mit 14,3 Milliarden Euro um 13,2 Milliarden Euro höher als im Vorjahr.Einzig die Pflegeversicherung konnte ihren Überschuss um 0,4 Milliarden auf 1,0 Milliarden Euro steigern. Durch die Erhöhung des Beitragssatzes zum 1.7.2008 stiegen die Einnahmen um 7,8 % auf 21,3 Milliarden Euro. Die Ausgaben stiegen um 6,2 % auf 20,3 Milliarden Euro.