Der Chef der Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) Axel Munte spricht sich dafür aus, dass mehr Operationen ambulant durchgeführt werden, nach denen die Patienten bereits am selben Tag wieder nach Hause entlassen werden können. Nach einem Gutachten des Gesundheitsökonomen Peter Oberender könnten die Krankenversicherungen so potenziell jedes Jahr 515 Millionen Euro sparen – aufgrund der finanziellen Situation der Gesetzlichen Krankenversicherung ein guter Grund, künftig eher ambulant als stationär zu operieren.
Nach einer Studie, die die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns in Kooperation mit der Münchener Ludwig-Maximilians-Universität erstellt hat, wurden ambulante Operationen in der Vergangenheit von mehr als 97 Prozent der Patienten mit "sehr gut" bzw. "gut" bewertet. Fast 95 Prozent der Patienten gaben an, von der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns nach dem Eingriff ausreichend betreut worden zu sein.
Der Präsident des Bundesverbandes Ambulantes Operieren (BAO) Axel Neumann gab an, dass z. B. zur Operationen zur Diagnose und Behandlung von Meniskusschäden in anderen europäischen Ländern durchschnittlich zu 90 Prozent ambulant durchgeführt würden. In Deutschland wird dieser inimal-invasive Eingriff, der mit feinen Spezialinstrumenten über kleine Hautschnitte durchgeführt wird, noch zu 67,5 Prozent stationär vorgenommen. Legt man für einen Tag Krankenhausaufenthalt bei einer stationären Operation einen Betrag von etwa 290 Euro zugrunde, könnten durch eine ambulante Operation allein bei Meniskusoperationen jedes Jahr 5,3 bis 39 Millionen Euro eingespart werden.