Der Hersteller von Antivirensoftware Symantec hat aktuell seinen jährlichen Sicherheitsreport ("Symantec Internet Security Threat Report") veröffentlicht. Diesem Bericht zufolge werden die meisten Computerschädlinge von deutschen Rechnern ausgehend verbreitet. Auch die Aussendung von Massen-Spam-Mails geht zu einem großen Teil von deutschen Rechnern aus.
Symantec verfügt über ungesicherte Rechner, die sozusagen als Köder dienen, so genannte "Honeypots", die somit Angriffsziel für Hackerattacken sind und mithilfe derer die Schadcodes von den Experten entschlüsselt werden können. Außerdem überwacht Symantec die Kommunikation von Hackern und wertet Daten aus, die über Millionen Sensoren im Internet gesammelt werden.
Folgende Zahlen stellte Symantec im Einzelnen vor:
12 Prozent der in Europa kursierenden Computer-Schädlinge werden von Deutschland aus aktiv verbreitet. Damit liegt Deutschland an der Spitze, gefolgt von Großbritannien mit 9 Prozent und Russland mit 8 Prozent.So genannte Bonetze, die für den Versand der Massen-Spam-Mails genutzt werden, liegen zu 14 Prozent in Deutschland und bescheren uns damit auch hier Platz eins. Fünf Millionen gekaperter Computer, die von den zehn größten Bonetzen gesteuert werden, sind für 85 Prozent der täglich 107 Milliarden verschickten unerwünschten Mails verantwortlich.Anders sieht es bei den von Kriminellen genutzten gefälschten Websites aus. Hier ist Großbritannien das bevorzugte Zielland. Im Vorjahr hatte diesen Spitzenplatz noch die Ukraine inne. Wer glaubt, dass PDF-Formate sicher seien, wird hier eines besseren belehrt: fast die Hälfte aller Angriffe auf Web-Basis wurden über infizierte PDF-Viewer vorgenommen.
Breitbandnetze scheinen die Internet-Kriminalität zu forcieren. Es ist erkennbar, dass in Ländern mit einem gut ausgebauten Breitband-Netz ein höheres Aufkommen von kriminellen Machenschaften aufweist. Sobald Länder ihr Breitbandnetz besser ausbauen, steigt parallel dazu auch die Internet-Kriminalität. Dies, so die Experten, mag daran liegen, dass die Hacker in diesen Ländern auf User treffen, die noch keine Erfahrungen in dieser Hinsicht haben und somit eher auf deren Machenschaften hereinfallen. Ein anderer Grund können aber auch die härteren Strafen sein, mit denen die Regierungen in den Ländern reagieren, in denen der Internet-Kriminalismus bereits weite Kreise zieht.