Die Unzufriedenheit über das deutsche Gesundheitssystem ist bei den Patienten groß.
Die Stimmung unter den deutschen Hausärzten hat sich zwar seit 2008 etwas verbessert, jedoch bleibt der Index nach aktuellen Einschätzungen mit minus fünf Punkten und einer Erwartung von minus 12 Punkten weiterhin negativ. Dies sind die Ergebnisse des GfK-Ärzteklima-Index für 2009.
Die Qualität der medizinischen Versorgung wird von den Hausärzten in 2009 ein wenig besser eingeschätzt als noch 2008, so bezeichnen mehr als 40 Prozent der Ärzte diese als sehr gut bis gut – in 2008 sprachen sich nur 31 Prozent entsprechend aus. Auch die Behandlungsmöglichkeiten der Versicherten der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) habe sich verbessert. Somit kommt es zu einer leichten Verbesserung des Teilindikators "Lage des Gesundheitswesens".
Ein anderer Bestandteil dieses Teilindikators sind die Rahmenbedingungen des Gesundheitswesens und die Arbeitsbedingungen als Arzt. Diese bewerten die Hausärzte weiterhin als sehr schlecht bis schlecht und sie schätzen für die Zukunft, dass sich alle vier Aspekte künftig noch verschlechtern werden.
Ihre wirtschaftliche Lage bezeichnen die Allgemeinmediziner in 2009 besser als in 2008. Hatten in 2008 noch 15 Prozent diese als sehr gut bis gut bezeichnet, waren es nun 20 Prozent, der Anteil der Ärzte, die diese als sehr schlecht bis schlecht beurteilten, sank von 33 Prozent in 2008 auf 11 Prozent in 2009.Somit konnten in 2009 auch mehr Investitionen getätigt werden. Die Angaben über größere Investitionen in ihrer Praxis machten 22 Prozent der Ärzte, 9 Prozent mehr als im Vorjahr. 19 Prozent der Hausärzte stellten in 2009 neues Personal ein.
Auf der Seite der Patienten lässt sich jedoch kein positiver Trend erkennen. Nach Angaben der Ärzte sind 50 Prozent ihrer Patienten mit der Qualität der medizinischen Versorgung sehr zufrieden bis zufrieden, 10 Prozent seien sehr unzufrieden.
Beim zweiten Teilindikator des Index "Patientenzufriedenheit" ist die negative Stimmung deutlicher zu spüren. So sind 47 Prozent der Versicherten unzufrieden bis sehr unzufrieden mit dem deutschen Gesundheitssystem und 46 Prozent mit den Leistungen der GKV.
Nach Angaben von 48 Prozent der Ärzte beklagen ihre Patienten, dass ihr Arzt sich nicht genug Zeit für sie nehme. Auch die Ärzte sehen dies so, denn sie beklagten sich darüber, dass sie wegen dem erhöhten Anfall an Bürokratie, die die Gesundheitsreform mit sich gebracht habe, weniger Zeit für ihre Patienten hätten. Als weitere Erfahrung mit der Gesundheitsreform teilen die Ärzte ihre negative Einstellung zum Gesundheitsfonds mit, der zum 1. Januar 2009 eingeführt wurde und der von 62 Prozent der Ärzte als negativ beurteilt wird. Nur 10 Prozent der Ärzte befürworten ihn. Insgesamt sind die Hausärzte der Meinung, dass die Gesundheitsreform die vorhandenen Probleme im Gesundheitswesen nicht lösen wird.
77 Prozent der Ärzte gaben an, dass nach ihrer Ansicht die Gesetzlichen Krankenkassen von der Gesundheitsreform profitieren, danach folgen die Pharmakonzerne mit 53 Prozent und die Privaten Krankenversicherungen mit 50 Prozent.Sehen 79 Prozent der Allgemeinmediziner ihren eigenen Berufsstand als Verlierer der Reform, so geben sogar 86 Prozent an, dass es eine Gruppe gibt, die noch mehr Nachteile hat: Nämlich ihre Patienten.