Aufgrund einer Initiative der EU-Kommission, nach deren Ansicht die Gebühren des Kreditkartenkonzerns VISA den Wettbewerb unter den Händlerbanken beschränken, macht VISA jetzt einen Vorschlag zur Senkung der Gebühren. Freut dies zunächst Händler, die diese Gebühr zahlen müssen, und Verbraucher, die die Gebühren über den Umweg höherer Kaufpreise mittragen, so sieht man auf den zweiten Blick doch große Einschränkungen.
So wird diese Gebührensenkung sich bei innerdeutschen Zahlungen nicht bemerkbar machen, da bei diesen Zahlungen das jeweilige Kreditinstitut die Höhe der Gebühren bestimmt und nicht VISA. Bei grenzüberschreitenden Zahlungen macht der neu anvisierte Höchstsatz von 0,2 % der Kaufsumme eine Reduktion der Gebühren um immerhin 30 % aus.
Ein weiterer Wermutstropfen ist, dass diese Regelung nur für so genannte Debitkarten gilt, deren Handhabung der EC-Karte gleichzusetzen ist. Ob die Preissenkung auch für die in Deutschland verbreitete so genannte Charge-Karte mit monatlicher Abrechnung eingeführt werden soll, ist im laufenden Kartellverfahren noch nicht geklärt.
Das Angebot VISAs zur Handhabung der Gebühren bei den Debitkarten steht nach Ansicht der EU-Kommission im Einklang mit der Gebührensenkung, die der Konkurrent MasterCard im April 2009 vorgenommen hatte. Er wird nun von der EU-Kommission den anderen Marktteilnehmern vorgelegt, die ihre Statements dazu abgeben können. Sollte hier kein Widerspruch kommen, wird die EU-Kommission den Vorschlag für rechtsverbindlich erklären.