Die Barmer GEK ist spätestens 2011 zur Erhebung von Zusatzbeiträgen gezwungen, wie Birgit Fischer, die Vorstandsvorsitzende der Barmer GEK gegenüber der Südwest Presse mitteilte. Sollten die aktuellen Sparpakete nicht greifen, könnte ein Zusatzbeitrag bereits 2010 notwendig werden, wenn weitere Maßnahmen zur Kostensenkung wirksam werden. Die aktuelle Situation wird demnach monatlich neu beurteilt.
Seit Jahresanfang kamen rund 150.000 neue Mitglieder bei der Barmer GEK hinzu, nachdem andere Krankenkassen bereits Zusatzbeiträge angekündigt hatten. Laut Birgit Fischer ist die aktuelle Situation dennoch kritisch einzuschätzen. Die Aufstockung der Finanzierung durch die Erhebung von Zusatzbeiträgen sei politisch begründet, doch nach ihrer Ansicht stehen die Politiker nicht dazu. Im Gegenteil: Den Krankenkassen wird Unwirtschaftlichkeit vorgeworfen. Dies sei laut Fischer keinesfalls zutreffend.
Der Gesundheitspauschale mit Sozialausgleich, wie von Bundesgesundheitsminister Dr. Philipp Rösler FDP geplant, steht die Barmer GEK skeptisch gegenüber. Birgit Fischer erklärt, dass dies nicht akzeptiert werden könne. Bei einer Umwandlung der Arbeitnehmeranteile in die Kopfpauschale, ergibt sich ihren Berechnungen zufolge rund 145 € monatlich. Für über 60 Prozent der Mitglieder der Barmer GEK müsste ein Sozialausgleich bezahlt werden. Dies würde nach den Hochrechnungen von der Barmer GEK Vorstandsvorsitzenden eine Summe von rund 22 Milliarden für alle Krankenkassen ergeben.
Die Vorstandsvorsitzende der Barmer GEK fordert, den allgemeinen Beitragssatz bereits 2011 zu erhöhen, um das für kommendes Jahr erwartete Defizit auszugleichen. Das Defizit soll 2011 bei bis zu 15 Milliarden Euro liegen. Sollte dies nicht durchgesetzt werden, wäre nach Ansicht von Frau Fischer ein höherer Steuerzuschuss unumgänglich. Die Barmer-Chefin sieht darin die einzige Alternative, um zu verhindern, dass sämtliche Krankenkassen von ihren Versicherten im Schnitt zwischen 20 und 23 € monatlich zusätzlich erheben müssen.