Gestzliche Krankenkassen: Ausgaben für Arzneimittel steigen trotz leerer Kassen

  1. 06.05.2010 10:49
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Die Ausgaben für Arzneimittel steigen weiter. Im gesamten Jahr 2009 gaben die Krankenkassen insgesamt 6,9 Milliarden Euro für Arzneimittel aus, was einer Steigerung um 5,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Auch im 1. Quartal 2010 wuchs der Aufwand, nämlich um 5,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresvergleichszeitraum. Diese Zahlen legte die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) am Dienstag in Berlin vor. Ein Sprecher der ABDA nannte diese Erhöhung jedoch moderat. Man müsse bedenken, dass durch anders gelegene Feiertage das 1. Quartal 2010 mehr Arbeitstage gehabt hätte und die Einsparungen, die die Versicherungen durch Rabattverträge mit Pharmafirmen hätten, in diesen Zahlen nicht berücksichtigt wären.

Trotzdem wächst der finanzielle Druck auf die Krankenkassen weiter. Es scheint nur eine Frage der Zeit, wann die nächste Krankenkasse Zusatzbeiträge einführt. Bislang haben nach Informationen des Bundesversicherungsamtes insgesamt 13 der 170 Krankenkassen Zusatzbeiträge beantragt und genehmigt bekommen. Diese variieren zwischen 8 und 37,50 Euro pro Monat, wobei diesen Höchstbetrag von einem Prozent des Einkommens nur zwei Krankenkassen voll ausschöpfen.

Nach Angaben der Vorstandschefin der Barmer-GEK Birgit Fischer gegenüber der "Südwest Presse" müsse bei einem noch größer werdenden Defizit spätestens in 2011 jede Krankenkasse diesen Zusatzbeitrag einführen, auch der Marktführer Barmer-GEK.

Nun ist die Politik gefragt, mit wirksamen Mitteln zu verhindern, dass diese Notwendigkeit bereits 2010 in Kraft tritt. Der Druck auf die Regierungskoalition wächst, den Kassen Möglichkeiten für Einsparungen einzuräumen. Bis zum Jahresende soll ein Arzneipaket festgesetzt sein, für das das Kabinett in der Vorwoche bereits die Eckpunkte verabschiedet hatte. Bereits zum 1. August soll aber z. B. ein höherer Zwangsrabatt und ein Preismoratorium in Kraft treten.

Ein Barmer-Sprecher forderte von der Regierung ausreichend Steuermittel und eine rechtzeitige Erhöhung des allgemeinen Beitragssatzes. Wenn man sich die steigenden Kosten für Arzneimittel, Arzthonorare und bei Kliniken ansähe, ließe dies auf eine gewollte Unterfinanzierung des Gesundheitsfonds schließen.

Druck auf die Regierung gibt es aber auch von der Opposition. Die SPD-Gesundheitsexpertin Carola Reimann verglich das Handeln von Gesundheitsminister Rösler mit der Verzögerungstaktik von Kanzlerin Merkel in Hinsicht auf die Griechenland-Krise. Man wolle unangenehme Entscheidungen bis nach der NRW-Wahl verschieben, um keine Wähler zu verprellen. Am Ende würde dieses Zögern aber von den Versicherten bezahlt werden müssen.




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