Anfang dieses Jahres wurde aus Barmer Ersatzkasse und Gmünder Ersatzkasse die Barmer GEK. Seither hat die Barmer einen Marktanteil unter den Krankenkassen von 12% und kann über 8 Millionen Krankenversicherte vorweisen. Der Erfolg scheint anzuhalten, alleine dieses Jahr konnte die Barmer einen Zuwachs an Mitgliedern von über 150.000 verzeichnen.
Gerüchte um Zusatzbeiträge dementiert
Ein Sprecher der Barmer Ersatzkasse hat erneut Berichte dementiert, nach denen die Krankenkasse plane, bis spätestens 2011 einen Zusatzbeitrag zu erheben. Er betonte, dass die Barmer finanziell gut da stehe und daher ein Zusatzbeitrag zum jetzigen Zeitpunkt nicht im Gespräch sei. Eine generelle Erhebung eines solchen Zusatzbeitrages könne man jedoch nicht grundsätzlich ausschließen.
Zusatzbeiträge nicht grundsätzlich vom Tisch
So lange jedoch Ausgaben weiter steigen, der Gesundheitsfonds keine schwarzen Zahlen schreibt und auch von Seiten der Politik keine wirksamen Maßnahmen zur Kosteneinsparung kommen, werden sich alle gesetzlichen Krankenkassen früher oder später mit dem Erheben von Zusatzbeiträgen, in welcher Form und Höhe auch immer, beschäftigen müssen.
Zusatzbeiträge nicht der richtige Weg
Dennoch hält die Barmer GEK Zusatzbeiträge zum Füllen von Defiziten nicht für den richtigen Weg auch wenn vor Kurzem die Vorstandschefin der Barmer Birgit Fischer die Einführung von Zusatzbeiträgen nicht ausschloss, sofern anderen Sparmaßnahmen nicht in ausreichendem Rahmen wirkten. Von ihr kam auch die Forderung an die Regierungskoalition, den allgemeinen Beitragssatz zur Krankenversicherung anzuheben.
Zusatzbeiträge wiederholt Medienthema
Immer wieder wies die Barmer Spekulationen um Zusatzbeiträge zurück, nachdem das Thema in den Medien ständig zur Sprache kam. Der im Februar 2010 beschlossene Jahreshaushalt sieht einen solchen zusätzlichen Krankenkassenbeitrag nicht vor. Der Sprecher der Barmer begründete dies mit stabilen Finanzverhältnissen und guter Rücklagenführung. Um Leistungsausfälle zu vermeiden werden die Finanzen natürlich monatlich überprüft, was zu den immer wiederkehrenden Spekulationen um einen Zusatzbeitrag führt.
Gesundheitssystem muss raus aus dem Defizit
Die Vorstandschefin Birgit Fischer betonte in einem Interview gegenüber der Südwest-Presse dass in naher Zukunft die Krankenkassen keine andere Wahl hätten als über einen Zusatzbeitrag zu diskutieren, solange das Gesundheitssystem nicht aus dem Minus heraus findet. Davon sei auch die Barmer GEK nicht ausgenommen. Beim Fortbestehen des Defizites würde selbst der Barmer nichts anderes übrig bleiben als spätestens 2011 zusätzliche Krankenkassenbeiträge von ihren Mitgliedern einzufordern. Allerdings müsse man dazu die Situation zeitnah jeden Monat aufs neue beurteilen.
Erhöhung des allgemeinen Beitragssatzes gefordert
Fischer forderte ihm Rahmen des Interviews mit der Südwest-Presse außerdem, den allgemeinen Beitragssatz anzuheben. Ein erwartetes Minus von 15 Milliarden Euro im Gesundheitsfonds würde diesen Schritt unausweichlich machen. Hier sei wieder einmal die Politik gefordert, schon früh die Weichen zu stellen und gegebenenfalls rasch einer Erhöhung des allgemeinen Beitragssatzes zuzustimmen, um einen massiven Anstieg der Zusatzbeiträge einzudämmen.