Am Donnerstag haben die Koalitionsparteien im Bundestag beschlossen, dass Betreiber neuer Solaranlagen zukünftig nicht mehr so hoch bezuschusst werden wie dies bisher der Fall war. Bereits zu Jahresanfang gab es Einschnitte für umweltbewusste Bauherren und Immobilienbesitzer, die ihre Gebäude umweltgerecht sanieren.
Subventionen sinken um bis zu 16%
Nach dem neueren Beschluss von letzter Woche sinken die Subventionen nun mit Stichtag zum 01. Juli 2010 um bis zu 16%. Solaranlagen auf Freiflächen verlieren 15% an Zuschüssen, Photovoltaikanlagen auf Hausdächern 16%. Anlagen, die auf Ackerflächen errichtet werden, erhalten gar keine Zuschüsse mehr. Flächen wie alte Truppenübungsplätze oder Brachflächen wie Müllabladeplätze erhalten als Konversionsflächen 11% weniger Zuschüsse bei Solarbebauung.
Selbstversorger profitieren mehr
In Zukunft werden Besitzer von Solaranlagen nur noch dann wirklich profitieren, wenn diese einen großen Teil des selbst erzeugten Stroms selbst verbrauchen. Diese erhalten 3,6 Cent/kWh wenn der Strom selbst verbraucht und nicht ins Netz eingespeist wird. Liegt der Anteil des eigenen Stromverbrauchs über 30%, wird die kWh sogar mit 8 Cent vergütet.
Kosten für Stromverbraucher gering halten
Die Koalitionsparteien haben sich monatelang über die Konditionen gestritten und mussten nun zähneknirschend einen Kompromiss eingehen. Ziel des Beschlusses soll es sein, die Kosten für den Stromverbraucher im Rahmen zu halten und eine "Überförderung" der Solarbranche zu vermeiden.
Atomstrom-Lobby freut sich
Hans-Josef Fell, energiepolitischer Sprecher der Grünen kritisierte das Vorgehen der Regierung mit Vehemenz und warf der Koalition vor, den Weg für die Interessen der Atom- und Kohlekraftindustrie zu ebnen. Um die geplante Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke durchsetzen zu können müsse man ja dafür sorgen, dass das erfolgreiche Wachstum der erneuerbaren Energien schnell ausgebremst werde.
Solarfirmen befürchten Arbeitsplatzverluste
Solarfirmen, die in Deutschland hauptsächlich im Osten des Landes angesiedelt sind, hatten gegen die Pläne der Regierung bis zuletzt protestiert. Sie befürchten, dass eine Kürzung der Bezuschussung am Ende dazu führt, dass Billigimporte aus China den Markt überschwemmen und viele deutsche Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen.