Wie das Handelsblatt berichtet sollen die Beiträge zur gesetzlichen Pflegeversicherung drastisch steigen. Schätzungen gehen davon aus, dass in 50 Jahren der Beitragssatz zur Pflegeversicherung bis zu 6% des Einkommens ausmachen könnte. Zurzeit werden die Beiträge zur Pflegeversicherung paritätisch gezahlt, das heißt, Arbeitgeber und Arbeitnehmer übernehmen jeweils die Hälfte der Kosten.
Verbesserungen in der Pflegeversicherung
Die Regierung hat im Koalitionsvertrag Verbesserungen in der Pflegeversicherung für die nächsten Jahre festgelegt. Diese werden die Kosten, die sich ohnehin schon explosionsartig entwickeln, noch weiter in die Höhe treiben. Die Kosten für die Pflegeversicherung werden für die nächsten Jahre auf das doppelte der Vorjahre geschätzt, also auf runde 40 Milliarden Euro.
Demographische Kurve zwingt zum Handeln
Die Entwicklung der Alterskurve lässt uns keine andere Wahl, als in Sachen Pflegeversicherung aktiv zu werden. In 50 Jahren wird es etwa vier Millionen pflegebedürftige Menschen in Deutschland eben. Da Menschen im Rentenalter weniger Beiträge bezahlen, wird auch die Zahl der Rentner die Situation verhärten. Finanzwissenschaftler rechnen vor, dass der Beitragssatz dann bei 4,5% liegen wird, jedoch nur wenn die Leistungen gleich bleiben. Da dies jedoch nicht realistisch ist und man den technischen und medizinischen Fortschritt mit einbeziehen muss wird man von 6% Beitragssatz ausgehen, wenn nicht sogar von 7%, wie Bernd Raffelhüschen prophezeit.
Keine Einbindung des Staates in die Pflegeversicherung
Chef des Verbands Privater Krankenversicherer Reinhold Schulte wehrt sich gegen Versuche, den Staat stärker einzubinden: "Die private Krankenversicherung ist bereit und fähig, diese Vorsorge zu organisieren." Die privaten Krankenversicherer zeigen bereits seit über 60 Jahren, dass das Geld gut angelegt und gut gehütet ist – alle Wirtschafts- und Finanzkrisen wurden sicher umschifft. Schulte weist darauf hin, dass es wichtig sei, das Geld staatsfern anzulegen um auszuschließen, dass die angesparten Gelder anderweitig ausgegeben werden.
Kein staatlicher Zugriff auf Pflegegelder
Angesparte Pflegegelder müssen vor dem Zugriff des Staates geschützt werden – da sind sich Versicherungsmathematiker und Finanzwissenschaftler einig. Pflegegelder müssten einzig und alleine für Pflegeaufwendungen verwendet werden, keinesfalls um andere Löcher im Finanzhaushalt zu stopfen. Am Ende liefe man Gefahr, dass für den eigentlichen Zweck kein Geld mehr da sei.
Anlagen clever verteilen
Wie bei allen Anlagen so ist es auch bei der Vorsorge fürs Alter wichtig, nicht nur auf ein Pferd zu setzen sondern das Risiko gut zu verteilen. Finanzwissenschaftler wie Bernd Raffelhüschen plädieren dafür, eine zusätzliche Pflegeversicherung für jeden Bürger zur Pflicht zu machen, jedoch jedem individuell die Wahl darüber zu lassen, wie er dies tun wird.