Die letzte Preiserhöhung für Milch liegt noch nicht lange zurück. Da die Nachfrage vor allem im Exportbereich so hoch ist wie nie, konnten die Molkereien erneut bessere Preise für den Liter Milch erzielen. Das dürfte auch die Landwirte freuen. Diese bekommen von den Molkereien in Nordrhein-Westfalen derzeit für den Liter Rohmilch 28 Cent. Immer noch zu wenig, denn eigentlich müsste der Preis für die Landwirte bei über 30 Cent liegen. Aber immer noch besser als der Tiefpreis von 21 Cent pro Liter Rohmilch im vergangenen Jahr.
Die Verhandlungen zwischen den Discountern und Molkereien gehen dahingehend, dass der Milchpreis um insgesamt 2,5 Cent pro Liter angehoben wird. 2 Cent davon wurden zum Beispiel beim Discounter Aldi Süd schon realisiert. Ebenfalls 2 Cent mehr müssen Kunden bei den Handelsketten der Rewe oder beim Edeka-Markt zahlen. Dabei ist es unerheblich, ob es sich um Frischmilch oder H-Milch handelt.
Erst vor einem halben Jahr wurde der Preis für den Liter Milch um durchschnittlich 6 Cent angehoben. Bei der jetzigen Erhöhung hätten sich die Molkereien zwischen 3 und 5 Cent mehr für den Liter gewünscht, geeinigt wurde sich aufgrund des Wettbewerbs auf nur 2,5 Cent pro Liter. Nicht nur die Milch selbst wird teurer, sondern auch Milchprodukte wie Sahne, Quark und Créme fraiche. Eine Ausnahme wird laut Aussage eines Rewe-Sprechers nur beim Joghurt-Preis gemacht, dieser bliebe stabil. Nach der Preiserhöhung für Milch wird in naher Zukunft auch eine Erhöhung der Butterpreise prognostiziert.
Durch die gut laufenden Exporte sei es zu einer deutlichen Entlastung des Inlandsmarktes gekommen, weshalb trotz derzeit hoher Milchleistung der Kühe und damit verbundenen ungünstigen Bedingungen für Preiserhöhungen eine Einigung zwischen Molkereien und Handelskonzernen erzielt worden sei, teilte Reinhard Pauw, Geschäftsführer der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Nordrhein-Westfalen mit.