Das Deutsche Krebsforschungszentrum hat zusammen mit schwedischen und amerikanischen Onkologen eine Studie durchgeführt, in der ein Zusammenhang zwischen der Zuckerkrankheit und Krebs hergeleitet werden sollte.
Daten aus 43 Jahren Krebsforschung
In der Studie wurden fast 126.000 Patienten befragt, die mit Typ 1-Diabetes-bedingten Beschwerden einen Arzt oder ein Krankenhaus aufsuchten. Das Auftreten von Krebserkrankungen bei dieser Gruppe wurde mit dem Vorkommen von onkologischen Problemen in der Gesamtbevölkerung verglichen. Es wurden zudem Werte von 43 Jahren ausgewertet, die Studie lief von 1964 bis 2007 und beinhaltete Daten aus schwedischen Krankenhäusern und dem nationalen Familien-Krebs-Register.
Zusammenhänge zwischen Typ 2 Diabetes und Krebs
Aufgrund der hohen Zahl der Probanden konnten auch erstmals Zusammenhänge zwischen Typ 2-Diabetes und bestimmtem Krebsarten erkannt werden. Dabei kam heraus dass besonders Bauchspeicheldrüsen- und Leberzellkrebs in Diabetiker-Kreisen weitaus öfter vorkommt als bei der Allgemeinbevölkerung, nämlich bis zu 6 Mal so oft. Etwa doppelt so hoch ist die Gefahr für Typ 2-Diabetiker, an Krebs des Dünndarms-, des Nervensystems, der Nieren, der Schilddrüse und der Speiseröhre. Diabetiker mit Typ 2 Diabetes haben jedoch ein weit geringeres Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken. Warum das so ist, bleibt bislang ungeklärt.
Typ 2 Diabetes – eine Krankheit der Industrienationen
Typ 2 Diabetes ist in den industrialisierten Ländern zu einer echten Herausforderung für das Gesundheitssystem geworden: Bis zu 20% aller Einwohner erkranken daran. Früher bezeichnet man Typ 2 Diabetes fälschlicherweise als "Alterszucker". Falsch deswegen, weil auch junge Menschen daran erkranken können. Es handelt sich um eine Insulinresistenz des Gewebes, was die Aufnahme von Zucker durch die Zellen verhindert.