Österreich: Kein Deutsch, kein Kindergeld

  1. 25.05.2010 10:41
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Der Österreichische Arbeitnehmerinnen- und Arbeitnehmerbund (ÖAAB), eine Gruppe der Österreichischen Volkspartei (ÖVP), legt ein neues Schulkonzept vor. Er sieht in diesem Konzept eine Wende in der Bildungspolitik und erwartet von der SPÖ, dass sie sich nun genau so stark bewege.

Basis dieses neuen Konzeptes ist weiterhin eine Trennung der Schulsysteme nach Gymnasium (Allgemeine Hochschule oder AHS) und Hauptschule, die künftig jedoch Aufstiegsschule heißen und besonders in Ballungsräumen nicht mehr eine Art Restschule sein soll. Die Gesamtschule hält der Chef der ÖAAB und Außenminister Michael Spindelegger nicht für sinnvoll.

Somit sollen 10- bis 14-jährige getrennt nach ihren Leistungen unterrichtet werden. Die Durchlässigkeit zwischen beiden Schulformen soll aber besser werden. Zwar kann man schon jetzt durch besonders gute Leistungen in die AHS aufsteigen, künftig sollen spezielle Talent-Checks und Leistungsüberprüfungen in Form von so genannten Audits diesen Aufstieg ermöglichen. Auch plant der ÖAAB, künftig in beiden Schulformen Sozialarbeiter einzusetzen, die die Arbeit der Lehrer in punkto Erziehungsfragen unterstützen sollen.

Kritik an dem Konzept kommt bereits von der Bildungsministerin Claudia Schmied von der Sozialdemokratische Partei Österreichs (SPÖ), die es für übertrieben hält, durch den Einsatz von Prüfungskommissionen Druck auf die Schüler auszuüben, die auf die AHS wechseln wollen.

Ein weiterer Vorstoß im Konzept des ÖAAB ist die Integration ausländischer Schüler. Sie sollen bei Problemen mit der Sprache zu einem Vorschuljahr verpflichtet werden. Zusätzlich sollen die Schulkinder nachmittags an Pflichtbetreuung teilnehmen. Die Verweigerung eines Angebotes für Sprach- und Bildungsförderung sehen sie als Ablehnung der Integration. In solchen Fällen soll den Familien die Sozialförderung gestrichen werden.

Claudia Schmied bewertet es grundsätzlich als positiv an, dass die ÖVP sich um die Bildungspolitik kümmert. Sie ist jedoch der Meinung, dass sich in dem Konzept noch keine fortschrittlichen Kräfte durchgesetzt hätten, da die gemeinsame Schule für 10- bis 14-jährige keinen Anklang fände.





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