Amtsdeutsch ade: BfA will Briefe einfacher formulieren

  1. 25.05.2010 14:52
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Das gemeinhin in der deutschen Bevölkerung bekannte und gefürchtete "Amtsdeutsch" und gestelzte Sätze wurden leider trotz vieler Innovationen bei der Bundesagentur für Arbeit mit übernommen. So erhielten viele Arbeitslose bislang Schreiben, die sie nicht verstanden – mehr noch: sogar Experten hatten oft Probleme, aus den Formulieren schlau zu werden und den Inhalt richtig zu verstehen.

So wurden nach Meinung des Vorstands der Bundesagentur Heinrich Alt in der Vergangenheit sogar oft Einsprüche gegen Hartz-IV-Beischeide eingelegt, nur weil die Empfänger sie nicht verstanden haben. Dies soll nun ein Ende haben. Die Briefe sollen künftig freundlicher formuliert und verständlicher werden. Viele Postempfänger der Bundesagentur für Arbeit werden dankbar sein. Für die Sprachwissenschaftlerin Michaela Blaha von der Ruhr-Uni Bochum beinhaltet eine gute Qualität der Behörden auch eine bessere Kommunikationskultur.

Alt hofft, dass das Ansehen der Arbeit in den Jobcentern damit gewinnt. Zur Zeit werden die Textbausteine der Schreiben um eigentlich selbstverständliche Höflichkeiten wie "bitte" und "leider" ergänzt.

Daran, dass sich die Zahl der Widersprüche verringern könnte, glaubt z. B. Martin Behrsing vom Erwerbslosenforum NRW nicht. Er vermutet im Gegenteil, dass noch mehr Leistungsempfänger gegen ihre Bescheide Einspruch einlegen könnten, wenn sie diese richtig verstehen. Somit sind die Jobcenter noch mehr gefordert, sorgfältig zu arbeiten, dass Bescheide von vornherein richtig sind und keinen Anlass zum Widerspruch geben.




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