Spare in der Zeit, dann hast Du in der Not. Dieses alte Sprichwort hat spätestens seit der Finanzkrise seine Bedeutung verloren, denn so mancher, der sich ein finanzielles Ruhekissen zugelegt hat, schläft darauf heute unruhiger als Mitbürger, die nichts zu verlieren haben. Ruhig schlafen können inzwischen auch die Bankmanager, denn sie haben ihren Nutzen aus Banken- und Staatspleiten gezogen und schreiben heute schon wieder Rekordgewinne. Bis die geforderten Sanktionen gegen Börsenzocker europa- oder weltweit greifen, kann es noch lange dauern – wenn es den überhaupt machbar oder von oben wirklich gewollt sein sollte.
Die Zeche zahlt also mal wieder der Steuerzahler und Verbraucher. Nach einem Bericht des focus wird die Inflation in den nächsten Jahren in Deutschland und seinen Nachbarländern deutlich spürbar sein. Wann genau, lässt sich noch nicht sagen. Es mag noch ein, zwei oder drei Jahre dauern. Die Weichen sind jedoch bereits gestellt.
Durch die neu gedruckten Euros, mit denen die Europäische Zentralbank griechische Staatsanleihen kauft, bedeuten mehr Geld im Umlauf. Dadurch steigen Preise und Löhne, entsprechend die Steuereinnahmen, und wer Schulden hat, dessen Verbindlichkeiten werden relativ gesehen kleiner. Da die größten Schuldner die Staaten sind, ist dies also ihr Weg, ihre Verbindlichkeiten zu verringern.
Nun muss nicht mit einer galoppierenden Inflation wie in Nachkriegszeiten gerechnet werden, aber eine Inflationsrate von fünf bis zehn Prozent wird reichen, den Wert des Euros so langsam zu zerbröseln.
Für die Regierung ist dies ein eleganter Weg, seine 1,9 Billionen Schulden (entspricht immerhin einer Pro-Kopf-Verschuldung von 23.000 Euro) zu reduzieren. Denn keinem Politiker, auch nicht Frau Merkel, gelingt es, bei Staatsausgaben zu sparen, ohne sich unbeliebt zu machen. Wer hat schon Verständnis dafür, dass kein Geld für Kindergärten, Schwimmbäder oder Theater mehr da ist?