Deutsche Stromverbraucher zahlen nach Angaben der europäischen Statistikbehörde Eurostat überdurchschnittlich hohe Strompreise im Vergleich zu anderen EU-Ländern. Der Durchschnittspreis für die Kilowattstunde in privaten Haushalten liegt demnach bei 16,5 Cent. In Deutschland muss jedoch für die Kilowattstunde durchschnittlich 22,0 Cent gezahlt werden. Dies liegt durchaus auch am Steueranteil der Strompreise, der in Deutschland mit 41 Prozent ganze 15 Prozent über dem europäischen Durchschnitt liegt und der zweithöchste Satz in Europa ist. Nur Dänemark verlangt noch mehr Steuern von seinen Stromverbrauchern: Hier liegt der Steuersatz bei 56 Prozent.
So ist es nachvollziehbar, dass Strom in Dänemark kaufkraftbereinigt auch insgesamt am teuersten in ganz Europa ist. Unsere nördlichen Nachbarn zahlen 25,5 Cent für die Kilowattstunde. Günstig kommen die Bulgaren weg, die mit 8 Cent weniger als die Hälfte des europäischen Durchschnittspreises zahlen müssen. Deutschland liegt hier auf Platz 3.
Noch ein weiterer Trend ist ungünstig für die deutschen Haushalte: Entgegen der EU-weiten Strompreisentwicklung, die zwischen dem 2.Halbjahr 2008 und dem 2. Halbjahr 2009 ein Minus von 1,5 Prozent verzeichnete, stiegen die deutschen Strompreise im selben Zeitraum um 4,5 Prozent. Wesentlich ungünstiger entwickelten sich die Preise jedoch für die Konsumenten in Polen und Luxemburg: Hier stiegen die Preise für die Kilowattstunde um 18 bzw. 17 Prozent. Demgegenüber sanken die Preise in Italien um 10 Prozent. Größte "Gewinner" sind jedoch die Zyprioten: Sie mussten ganze 20 Prozent weniger für ihren Strom zahlen.