Jedem Bundesbürger dürften noch die alarmierenden Berichte über die Auswirkungen der Schweinegrippe im vergangenen Herbst und Winter in Erinnerung sein sowie die Empfehlungen, sich dagegen impfen zu lassen. Bereits 2004 gab die Weltgesundheitsorganisation "WHO" Richtlinien heraus, nach denen sich Länder bei einer drohenden Pandemie verhalten und dieser vorbeugen sollten. Aufgrund dessen wurden für mehrere Milliarden Euro Medikamente und Impfstoffe eingekauft und bereit gestellt. Im Nachhinein stellte sich jedoch heraus, dass die Schweinegrippe H1N1 wesentlich harmloser verlief als die saisonale Grippewelle.
War dies jedoch wirklich erst im Nachhinein zu erkennen? Bereits im Vorfeld hatten Bürger und Journalisten vermutet, dass einflussreiche Pharma-Lobbyisten die Panik vor der Schweinegrippe schürten, um aus dem Handel mit den Impfstoffen ein lukratives Geschäft zu machen.
Der WHO-Chefin Margaret Chan warfen Gesundheitsexperten und Mediziner bereits vor Monaten vor, dass sie die Situation falsch eingeschätzt hätte. Diese Kritik stützen nun verschiedene Untersuchungen.
Stimmen die Ergebnisse einer Untersuchung der britischen Journalisten-Vereinigung "Bureau of Investigative Journalism" und des Fachmagazins "British Medical Journal" werden diese Vermutungen bestätigt. Sie berichten, dass die Autoren, die die WHO-Richtlinien von 2004 verfassten, von der Pharma-Industrie bezahlt wurden. Nach ihren Angaben stehen sie auf den Gehaltslisten der Konzerne "GlaxoSmithKline" und "Roche", die maßgeblich an der Herstellung und Verbreitung der Medikamente "Tamiflu" und "Relenza" beteiligt waren und dementsprechend auch daran verdienten.
Nicht nur in Deutschland sondern z. B. auch in Großbritannien wurden riesige Mengen der Impfdosen auf Kosten von Steuerzahlern und Krankenversicherten eingekauft und eingelagert, von denen nur geringe Mengen wirklich verbraucht wurden. In Deutschland wurden 50 Millionen Impfdosen bestellt, nach Schätzungen des Münchner Epidemiologe Ulrich Keil für etwa eine Milliarde Euro, und auch im Königreich gab man umgerechnet etwa 1,2 Milliarden Euro für Schweinegrippe-Medikamente aus, die nun zum größten Teil in Asservaten lagern. Weltweit spricht man von Medikamenten und Impfstoffen im Wert von 5,8 Milliarden Euro, die bei den Pharma-Unternehmen geordert wurden.
Auch nachdem in Europa nur vereinzelt Fälle von schweren Verläufen der Schweinegrippe gemeldet wurden, kamen über die Medien immer wieder Meldungen über eine drohende Grippewelle, die Millionen Todesopfer fordern könne und mit denen Panik in der Bevölkerung geschürt werden sollte.
Relativiert man die Zahlen, wird schnell klar, dass die herkömmliche Grippe, an der nach Angaben des Berliner Virologe Detlev H. Krüger jährlich in Deutschland etwa 20.000 Menschen sterben, ist die Zahl von 18.000 Menschen, die weltweit an der Schweinegrippe gestorben sind, doch vergleichsweise mehr als gering. In dieser Zahl enthalten sind auch Fälle, bei denen nicht mal eindeutig geklärt wurde, ob diese Patienten wirklich an dem Virus H1N1 gestorben sind.