GfK-Studie zeigt: Menschen haben größte Angst vor Arbeitslosigkeit

  1. 09.06.2010 12:40
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Betrachtet man die Zahlen des Vorjahres, ist die Sorge um den Arbeitsplatz noch weiter angewachsen. Neben der Arbeitslosigkeit machen die Europäer sich auch Sorgen um die wirtschaftliche Lage, die Preisentwicklung sowie die Entwicklung der Kaufkraft. Die Konjunktur belegt in Europa den dritten Platz, was die Sorgen der Bürger angeht. Dieser Rang bedeutet in dem Bereich zwar eine gewisse Entspannung, vom Tisch ist das Thema aber noch lange nicht. Anhand der Zahlen der Studie ist erkennbar, dass in allen Bereichen sich die Deutschen die meisten Sorgen machen. Die Wirtschaftslage nimmt in Deutschland den zweiten Platz ein.

Die infolge der während der Rezession gestiegenen Arbeitslosenzahlen sorgen bei den Deutschen für mehr Beunruhigung. Die Sorge um den Arbeitsplatz ist bei zwei Dritteln der Bundesbürger ein Thema mit oberster Priorität. Obwohl die Zunahme der Arbeitslosigkeit vergleichsweise gering ausgefallen ist, machen die Deutschen sich aufgrund der unsicheren Prognosen für die Zukunft dennoch große Sorgen über die Lage auf dem Arbeitsmarkt. Das Gutachten der Wirtschaftsforschungsinstitute vom Frühjahr letzten Jahres prognostizierte bis zum Ende diesen Jahres eine Arbeitslosenzahl von rund 5 Millionen. Das ist bisher aber nicht eingetroffen, denn bislang haben sich die Arbeitslosenzahlen bei 3,6 Millionen eingependelt. Neueren Gutachten zufolge wird hier sogar noch mit einer Senkung der Arbeitslosenzahlen gerechnet.

Geschäftsführer und Vize-Präsident beim GfK-Verein Dr. Wildner gab an, dass seit nunmehr 20 Jahren die größte Sorge der Deutschen unverändert der unsichere Arbeitsmarkt sei. Lediglich im Jahre 1992 sei das Thema Zuwanderung und Integration noch wichtiger gewesen als die Arbeitslosigkeit.

In Deutschland zeigen sich 26 Prozent der Deutschen in diesem Jahr hinsichtlich der Wirtschaftslage besorgt. Im letzten Jahr war diese Zahl um einiges höher, ist jedoch wieder um 10 Prozentpunkte zurück gegangen. Während das Bruttoinlandprodukt im vergangenen Jahr ein Minus von 5 Prozent zu verzeichnen hatte, wird für das laufende Jahr ein Anstieg um 1,4 Prozent vorausgesagt.

Weiterhin sind deutsche Bundesbürger besorgt über die Kaufkraft- und preisentwicklung. Im Zuge einer Inflationsrate von 0,4 Prozent im vergangenen Jahr zeigten sich nur 13 Prozent der Deutschen besorgt, in diesem Jahr sind es jedoch 24 Prozent, die diesem Thema Gewicht beimessen, was wohl an den aktuell wieder anwachsenden Teuerungsraten liegen mag.

Der vierte Platz der Sorgen geht mit 21 Prozent an die Entwicklung im Gesundheitswesen und bei der Altersversorgung. Aufgrund der momentanen brisanten Lage des Gesundheitssystems mit geplanten Kopfpauschalen und bereits erfolgten Forderungen von Zusatzbeiträgen von Seiten der Krankenkassen gewinnt dieses Thema an Wichtigkeit für die Deutschen. Die Altersversorgung belegt mit 19 Prozent den fünften Platz. Hier ist ein Anstieg um 9 Prozent zu beobachten. Schuld an dem enormen Anstieg ist sicher die diesjährige Nullrunde für die Senioren. Im Vorjahr wurden die Renten um knapp 2,5 Prozent angehoben.

Weiter geht es mit der sozialen Sicherung auf Platz 6 des Sorgenrankings. Das bedeutet einen Anstieg zum vergangenen Jahr um 4 Prozentpunkte. Damit liegt der diesjährige Prozentsatz bei 17 Prozent, wobei die Verteilung der Einkommen den meisten am wichtigsten ist.

Die zunehmende Jugendkriminalität und die entsprechenden Schlagzeilen in den Nachrichten sorgen sicherlich dafür, dass sich mehr Deutsche Sorgen in Bezug auf die Kriminalität machen. Die Bekämpfung von Verbrechen nimmt deshalb mit 15 Prozent auch den siebten Platz auf der Sorgenliste ein.

Betrachtet man die alten und neuen Bundesländer, fällt auf, dass vor allem die Bürger in den neuen Bundesländern sich mit 73 Prozent mehr Sorgen über die Arbeitslosigkeit machen als das in den alten Bundesländer der Fall ist (hier: 64 Prozent). Im Westen nimmt die Preis- und Kaufkraftentwicklung den dritten Platz ein, im Osten den zweiten Platz. Bei der wirtschaftlichen Lage ist es genau umgekehrt, diese ist für die Bürger der alten Bundesländer wichtiger und liegt auf dem zweiten Platz, während sie in den neuen Bundesländern nur den dritten Platz einnimmt.

Abschließend erläutert Wildner, dass vor allem deutsche Bundesbürger sich so viele Sorgen machen wie nie. Während im vergangenen Jahr die Sorgen von Deutschen bei insgesamt 2,8 lagen, haben in diesem Jahr alle Deutschen durchschnittlich 3,2 Sorgen. Im Vergleich zu den letzten 20 Jahren bedeute das einen beachtlichen Anstieg.




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